Eine lang erwartete Modernisierung des Flughafens Teneriffa Süd nimmt die erste entscheidende bürokratische Hürde. Der staatliche spanische Flughafenbetreiber Aena hat das historische Großprojekt mit einem Gesamtvolumen von weit über 500 Millionen Euro offiziell ausgeschrieben. Geplante Bauarbeiten werden sich über einen Zeitraum von etwas mehr als zehn Jahren erstrecken und das Erscheinungsbild des wichtigsten touristischen Tors der Insel komplett verändern.
Aena schreibt die historische Generalsanierung des Terminals für über fünfhundert Millionen Euro aus
Das Megaprojekt sieht eine umfassende Rekonstruktion und Vereinheitlichung der bestehenden Terminalgebäude vor, die ursprünglich aus den 1970er- und 1980er-Jahren stammen sowie durch das neuere Verbindungsgebäude aus dem Jahr 2022 ergänzt wurden. Für die Kernsanierung des Terminalkomplexes sind rund 464 Millionen Euro veranschlagt, während die Erweiterung und der Neubau der Parkflächen mit weiteren 48,4 Millionen Euro beziffert werden.
Inklusive nachfolgender Planungen wird das Gesamtinvestitionsvolumen die Grenze von 550 Millionen Euro überschreiten. Offiziell ist der Start der Bauarbeiten für den Herbst 2027 angesetzt. Eine koordinierte Ausführung erfolgt in insgesamt vier Hauptphasen mit einer kalkulierten Gesamtlaufzeit von 126 Monaten.
Um den laufenden Flugbetrieb zu keinem Zeitpunkt zu gefährden, haben Ingenieure den Bauablauf in eine hochkomplexe Struktur von bis zu 57 einzelnen Subphasen unterteilt. Einzig das eigentliche Rollfeld bleibt von den baulichen Maßnahmen unberührt. Zu den markantesten Neuerungen gehört der Bau eines dreistöckigen Parkhauses mit 1.255 Plätzen für Mietwagen und weiteren 807 Stellflächen für Privatfahrzeuge. Dieses wird über direkte Fußgängerbrücken an das Hauptgebäude angebunden. Zudem wird im Fundament bereits eine intermodale Schnittstelle für den geplanten Anschluss an die zukünftige Trasse des Südzugs (Tren del Sur) vorbereitet.
Aufwendige Abrissarbeiten und moderne Abfertigungshallen entstehen bei laufendem Flugbetrieb
Im Zuge der Erweiterung des Terminals wird eine neue, zentrale Check-in-Halle mit insgesamt 125 Abfertigungsschaltern sowie ein komplett modernisiertes System zur Gepäckabwicklung integriert. Der technisch anspruchsvollste Teil betrifft das alte Gebäude aus den 1970er-Jahren, welches den Nicht-Schengen-Verkehr abfertigt. Hier werden die vorderen 81 Meter der bestehenden Konstruktion umfassend verstärkt, während der gesamte restliche Teil abgerissen und von Grund auf neu errichtet wird. Auf dieser Freifläche entsteht eine zeitgemäße Ankunftshalle mit einer zentralisierten Passkontrolle und einer vergrößerten Gepäckausgabe.
Aena-Verantwortliche stellten klar, dass das primäre Ziel des Vorhabens nicht in einer reinen Kapazitätserhöhung liegt. Vielmehr soll die Infrastruktur architektonisch, funktional und energetisch auf ein modernes Niveau gehoben werden, um den gestiegenen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Komfort in der internationalen Tourismusbranche gerecht zu werden.
Ein provisorisches Betriebsgebäude auf dem Gelände fängt während der langjährigen Bauphase den täglichen Passagierstrom reibungslos auf.
