Die Bekämpfung der invasiven Kalifornischen Königsnatter auf Gran Canaria verzeichnet im Jahr 2026 beispiellose und gleichzeitig alarmierende Ergebnisse. Bereits Ende Juli wurde der bisherige Allzeit-Jahresrekord aus dem Jahr 2023 komplett eingestellt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres entfernten die Einsatzkräfte bereits 2.700 Schlangen aus der Natur. Damit wurde der historische Höchstwert von 2.676 gefangenen Exemplaren aus dem gesamten Jahr 2023 schon fünf Monate vor Jahresende übertroffen.
Warum die massive Ausbreitung der Schlangen trotz eines kalten Winters im Sommer zu neuen Rekordzahlen führt
Dabei sah es zu Beginn des Jahres noch nach einer Beruhigung an der Front aus. Ein ungewöhnlich kalter Winter hatte dafür gesorgt, dass die wechselwarmen Reptilien ihre Oberflächenaktivität deutlich verspäteten. Sobald das Wetter jedoch umschlug, explodierten die Zahlen förmlich. Der Mai verzeichnete die zweithöchste jemals gemessene Fangzahl, während der Juni und Juli alle bisherigen Monatsrekorde pulverisierten.
Allein im Juni 2026 wurden 807 Schlangen aus der Wildnis geholt (der alte Juni-Rekord aus dem Vorjahr lag bei 623). Der Juli schloss mit 494 gefangenen Schlangen ab, was den Vorjahreswert von 357 ebenfalls weit in den Schatten stellt. Da die Aktivität der Tiere im Spätsommer und Herbst erfahrungsgemäß absinkt, rechnen die Experten der Umweltbehörde bis zum Jahresende mit einer finalen Rekordmarke von etwa 2.800 gefangenen Exemplaren.
Fallen und Hundestaffeln im Dauereinsatz gegen die Plage
Hinter diesen Zahlen steckt ein enormer logistischer Aufwand. Das laufende Bekämpfungsprogramm wird gemeinschaftlich vom Umweltministerium des Cabildo de Gran Canaria und der Regierung der Kanarischen Inseln finanziert und von der öffentlichen Gesellschaft Gesplan koordiniert. Um der massiven Ausbreitung der Schlangen, die sich bereits seit 1998 auf der Insel ausbreiten, Herr zu werden, wurde am 28. März die alljährliche Notfallphase ausgerufen.
In dieser kritischen Phase mit der höchsten Aktivitätsrate der Reptilien wurde das Personal massiv aufgestockt. Neben ausgebildeten Hundestaffeln, die die Fährten der Tiere aufspüren, sind derzeit 590 aktive Fallen auf der Insel verteilt, um die einheimische Tierwelt vor dem gefräßigen Räuber zu schützen.
