Die Seenotrettung hat am Dienstag ein vollbesetztes Boot mit Migranten vor El Hierro abgefangen. Die 133 Insassen des Holzbootes konnten sicher in den Hafen von La Restinga gebracht und dort medizinisch erstversorgt werden.
Dem Rettungseinsatz ging eine tagelange, bange Suche im offenen Atlantik voraus. Den entscheidenden Hinweis auf die Position des manövrierunfähigen Bootes lieferte schließlich die Besatzung eines portugiesischen Militärschiffs, das sich im Rahmen einer internationalen Mission in den Gewässern aufhielt. Das Boot wurde rund 18 Seemeilen südlich der Insel lokalisiert.
Die Entdeckung auf offener See beendete eine tagelange Ungewissheit für die Rettungskräfte
Ein Rettungsboot nahm die Menschen nur wenig später an Bord. Unter den Insassen befanden sich laut Angaben der Helfer vom Roten Kreuz auch Frauen und Minderjährige. Viele der Menschen zeigten nach der tagelangen Überfahrt unter sengender Sonne deutliche Dehydrierungserscheinungen, mussten jedoch nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Der Vorfall zeigt, dass die Westafrika-Route trotz des vom Innenministerium gemeldeten, drastischen Rückgangs der Gesamtzahlen weiterhin aktiv bleibt. Vor allem die westlichste Kanaren-Insel El Hierro wird aufgrund der veränderten Strömungsverhältnisse im Sommer immer wieder zum direkten Anlaufpunkt für die großen Holzboote aus den Ländern südlich der Saha.
