Ein neues Unterwasser-Video von der Küste zwischen Radazul und La Nea in der Gemeinde El Rosario sorgt auf Teneriffa für Empörung. Die Aufnahmen wurden am 2. August 2026 gemacht und verbreiten sich derzeit wie ein Lauffeuer auf der Social-Media-Plattform TikTok.
Das Video zeigt sehr deutlich, wie aus einem maroden Abwasserrohr tief auf dem Meeresgrund die dicke Drecksbrühe direkt in den Atlantik schießt. Die Wolke nimmt den Tauchern in der gesamten Umgebung sofort jede Sicht. Das Problem dabei: Genau dieser Küstenabschnitt ist beliebt bei Einheimischen, Schwimmern und Wassersportlern, die dort täglich baden gehen.
Die Aufnahmen heizen die ohnehin kochende Debatte über das marode Abwassernetz auf den Kanaren noch weiter an. Die offiziellen Daten der kanarischen Umweltschutzbehörde sprechen eine vernichtende Sprache.
Teneriffa ist der absolute Spitzenreiter bei den Umweltsünden auf dem Archipel. Von 54 Bußgeldverfahren wegen illegaler Abwassereinleitungen in den Jahren 2024 und 2025 entfallen sage und schreibe 33 Fälle allein auf Teneriffa. Das bedeutet, dass mehr als 6 von 10 aller Abwasser-Strafen der gesamten Kanaren auf dieser einen Insel verhängt wurden.
@estiati Este video fue grabado el día 2 de Agosto en Radazul. Sobran las palabras… #divingtenerife #buceotenerife #tenerife ♬ Sad Music – Max-Music
Die ununterbrochene Drecksbrühe nimmt den Tauchern in der Bucht sofort jede Sicht
Der ekelhafte Vorfall in El Rosario ist leider kein Einzelfall auf der Insel. Wegen kaputter Leitungen und fehlender Kläranlagen musste Teneriffa in den letzten 2 Jahren bereits über 174.000 Euro an saftigen Strafgeldern zahlen. Weil die Politik das Problem seit Jahren verschleppt, mussten schon weltbekannte Strände wie die Playa Jardín in Puerto de la Cruz komplett für Badegäste gesperrt werden. Auch in Radazul und Bocacangrejo musste in der Vergangenheit wegen akuter Verschmutzung schon der kommunale Notfallplan ausgerufen werden.
In den Kommentaren unter dem Video kocht die Wut der Einheimischen über: „Dass man als Chicharrero wegen der ganzen Fäkalien bald nirgends mehr auf der Insel ins Meer springen kann, ist einfach nur noch tragisch“, schreibt ein Nutzer. Bisher weiß niemand genau, ob das Rohr im Meer einen riesigen Riss hat oder ob nur ein Ventil in der Anlage versagt hat.
Das Gesundheitsamt der Kanaren führt zwar regelmäßige Kontrollen der Wasserqualität an den offiziellen Badestellen durch, doch Umweltverbände fordern nun sofortige Express-Messungen direkt an den betroffenen Stellen. Die Techniker müssen jetzt dringend prüfen, ob das Abwasserrohr sofort repariert werden muss und ob die Strände in Radazul und La Nea aus Sicherheitsgründen für die Badegäste gesperrt werden müssen.
