Am Flughafen auf Gran Canaria wird das Tricksen bei der Passagierabholung bald unmöglich. Ab dem 15. September greifen die Inselregierung und der Betreiber AENA hart durch und bauen ein neues Schrankensystem auf. Taxis ohne Lizenz für Telde oder Ingenio werden dann an den Ein- und Ausfahrten automatisch gescannt. Das System prüft in Echtzeit, ob die Fahrer überhaupt Kunden abholen dürfen. Erste Tests laufen bereits.
Die Schranken kommen, weil einige Taxifahrer bei den Kontrollen massiv geschummelt haben. Da pro Lizenz nur 20 Flughafen-Fahrten im Monat erlaubt sind, wurde einfach nach der Abholung geschwind auf „Stornieren“ geklickt. Im Jahr 2025 flog dieser Schwindel durch die Statistik auf. Bei 58.501 erlaubten Fahrten wurden 14.744 nachträglich gelöscht. Wenn fast 25% aller Buchungen plötzlich verschwinden, liegt das nicht an verspäteten Fliegern, sondern an purer Absicht.
Neue Schranken und digitale Plaketten stoppen die illegalen Fahrten ab dem 15. September
Damit ist ab Mitte September endgültig Schluss. Um die Schranken passieren zu können, müssen alle Taxis der Insel in den kommenden Wochen eine spezielle digitale Plakette an ihrer Windschutzscheibe anbringen lassen. Die Lizenzen aus Telde und Ingenio besitzen diese Kennzeichnung bereits.
An der Schranke läuft ein automatischer Echtzeit-Abgleich mit den Daten der Transportbehörde. Ohne passend gebuchte Uhrzeit für die Passagierabholung bleibt der Weg zu den Terminals dicht. Ein nachträgliches Löschen der Fahrt im System ist technisch unmöglich, sobald das Taxi die Kontrollschranke erst einmal hinter sich gelassen hat. Das neue Kontrollsystem wurde von einer speziellen Kommission für sensible Transportbereiche ins Leben gerufen.
Sollte sich die Technik am Flughafen Gando bewähren, könnte sie bald auch an anderen neuralgischen Punkten der Insel eingesetzt werden. Diskutiert wird bereits eine Einführung am Kreuzfahrt-Hafen La Luz in der Hauptstadt Las Palmas sowie am Hafen von Agaete (Las Nieves), um die dortigen Taxifahrer vor illegaler Konkurrenz zu schützen. Bisher gibt es von den dortigen Hafenbehörden allerdings noch keine konkreten Anträge für eine Umsetzung.
