Teneriffa zieht vor dem erwarteten Ansturm auf den Teide die Notbremse. Ein kilometerlanger Stau am höchsten Berg Spaniens soll im Keim erstickt werden. Die Inselregierung schränkt die Zufahrt zum Nationalpark in der Nacht vom 12. auf den 13. August 2026 für private Autos drastisch ein.
Die Einschränkung gilt von 17.00 Uhr bis 05.00 Uhr. Schuld an der Maßnahme ist der Mega-Ansturm wegen 2 Naturereignissen am 12. August. Neben der Sonnenfinsternis, die auf den Kanaren immerhin teilweise zu sehen ist, funkelt am Nachthimmel die Hauptphase der Perseiden-Sternschnuppen.
In den Sommern 2024 und 2025 ist der Ansturm am Teide völlig aus dem Ruder gelaufen. Mehr als 2.000 Autos blockierten damals gleichzeitig den Nationalpark, parkten die sensible Natur zu und versperrten Fluchtwege. Ein absoluter Albtraum für die Rettungskräfte. Um diese Gefahr zu stoppen, baut die Inselregierung an den 4 Haupt-Zufahrtsstraßen Kontrollposten auf. Wer kein genehmigtes Fahrzeug hat, wird dort konsequent abgewiesen.
In La Orotava (TF-21), La Esperanza (TF-24), Chío (TF-38) und Vilaflor (TF-21). Wer dort mit dem privaten Pkw hochfahren will, wird von den Beamten der Polizei und der Guardia Civil an den Kontrollsperren abgewiesen.
Eine Jahrhundert-Sonnenfinsternis lockt Tausende Beobachter auf den Vulkan
Völlig unmöglich ist der Ausflug zum Sterne- und Finsternis-Gucken aber nicht, da es sich um eine gezielte Regulierung und keine Vollsperrung handelt. Die Einschränkung betrifft ausschließlich private Fahrzeuge. Freie Fahrt haben weiterhin Busse, Rettungsdienste, der Lieferverkehr und Angestellte des Nationalparks. Auch Urlauber, die eine feste Buchung im Parador-Hotel oder der Seilbahn-Herberge haben, dürfen die Sperren passieren.
Für alle anderen Besucher richtet das Busunternehmen Titsa einen Sonderverkehr ein. Die Busse (Guaguas) pendeln an beiden Abenden zwischen 19:30 Uhr und 02:30 Uhr nachts von den Stationen in La Orotava, La Esperanza und Vilaflor direkt hinauf in die Cañadas des Teide.
Die totale Sonnenfinsternis am 12. August zieht vor allem über den Norden des spanischen Festlands und die Balearen hinweg. Auf Teneriffa sorgt das Ereignis am späten Nachmittag dennoch für eine magische Stimmung und einen massiven Ansturm auf Aussichtspunkte oberhalb der Wolkendecke.
Im Anschluss startet am Nachthimmel das große Finale mit den Perseiden-Sternschnuppen. Richtig gut zu sehen sind sie ab 23.00 Uhr, wobei die intensivste Phase erst morgens zwischen 04.00 Uhr und 06.00 Uhr erreicht wird. Für absolute Sicherheit sorgt ein riesiges Aufgebot von Feuerwehr und Zivilschutz. Die Behörden wollen so garantieren, dass der Nationalpark bei einer plötzlichen Gefahr sofort evakuiert werden kann.
