Der Ausverkauf des kanarischen Wohnungsmarktes an Ausländer erreicht historische Dimensionen. Im zweiten Quartal des Jahres wurden fast drei von zehn Immobilien auf den Kanaren von Bürgern ohne spanischen Pass gekauft.
Laut den neuesten Daten des spanischen Verbandes der Grundbuchämter kletterte der Anteil internationaler Transaktionen auf den Inseln auf satte 29,33 Prozent. Das entspricht einem kräftigen Sprung von 6,55 Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal. Damit festigen die Kanaren ihren Platz in der Spitzengruppe. Nur auf den Balearen (32,27 Prozent) und in Valencia (31,03 Prozent) kaufen Ausländer prozentual noch mehr Häuser.
Während der Immobilienmarkt im Rest von Spanien spürbar abkühlt und die Verkaufszahlen landesweit um 5,7 Prozent eingebrochen sind, bleibt der Druck auf dem Archipel extrem hoch. Besonders heftig trifft es die Provinz Santa Cruz de Tenerife (Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro). Hier sicherten sich ausländische Käufer zwischen April und Juni sage und schreibe 32,25 Prozent aller verkauften Wohnungen und Häuser – also fast jede dritte Immobilie. In der Provinz Las Palmas (Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote) lag die Quote bei ebenfalls hohen 26,55 Prozent.
Provinz Santa Cruz de Tenerife bricht mit über 32 % alle Rekorde
Der Löwenanteil der ausländischen Käufer stammt aus der Europäischen Union. EU-Bürger zeichnen für 18,03 Prozent aller gesamten Immobilienkäufe auf den Kanaren verantwortlich. Käufer aus dem restlichen Europa (wie Großbritannien oder der Schweiz) kommen auf einen Anteil von 3,49 Prozent.
Investoren aus Nordamerika (0,40 Prozent), Südamerika (0,37 Prozent) und Afrika (0,32 Prozent) spielen dagegen auf den Inseln kaum eine Rolle. Auf gesamtspanischer Ebene führen die Briten die Käuferliste an (6,99 Prozent), dicht gefolgt von Niederländern (6,94 Prozent) und Deutschen (6,11 Prozent).
Dieser ungebremste Ansturm aus dem Ausland treibt die Preise für die einheimische Bevölkerung in schwindelerregende Höhen. Die Kanaren gehören mittlerweile zu den teuersten Regionen im Land. Laut der offiziellen Statistik der Registerämter liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf den Inseln aktuell bei rekordverdächtigen 3.052 Euro. Für normale kanarische Familien und junge Menschen wird es dadurch auf dem freien Markt nahezu unmöglich, überhaupt noch bezahlbaren Wohnraum zu finden.
