Ein politischer Streit zwischen Italien und Spanien sorgt ab sofort für Ärger am Flughafen. Weil die Regierung in Rom wegen einer Migrationskrise im fernen Ceuta plötzlich Grenzkontrollen für alle Flüge aus Spanien eingeführt hat, schlägt Madrid jetzt zurück. Als diplomatische Gegenmaßnahme kontrollieren die spanischen Behörden nun ebenfalls alle Passagiere aus Italien. Das bringt die Reisefreiheit im Schengen-Raum massiv ins Wanken.
Diese politischen Beschlüsse treffen die Kanaren mit voller Wucht. Die italienische Gemeinschaft bildet mit rund 61.000 gemeldeten Residenten die größte ausländische Bevölkerungsgruppe auf dem gesamten Archipel. Dazu kommt ein riesiger Strom an Urlaubern. Im vergangenen Jahr 2025 reisten rund 430.000 italienische Touristen auf die Kanaren.
Das macht Italien zum viertwichtigsten Urlaubsmarkt für die Inseln, direkt hinter Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Besonders beliebt ist Lanzarote, wo im letzten Jahr fast 97.000 italienische Gäste gezählt wurden.
Warum die neuen Kontrollen an den Flughäfen den Reiseverkehr massiv ausbremsen
An den kanarischen Flughäfen sind die neuen Kontrollen bereits deutlich zu spüren. Da jeder Reisepass einzeln überprüft wird, dauert die Abfertigung spürbar länger. Wer regelmäßig zwischen den beiden Ländern hin- und herreist oder Verwandte besucht, muss ab sofort viel mehr Zeit mitbringen.
Unter den italienischen Residenten auf den Inseln sind die Meinungen über die Maßnahmen gespalten. Während einige die Kontrollen als übertrieben und nervig empfinden, sehen andere darin ein notwendiges Sicherheitsnetz. Wer nichts zu verbergen habe, müsse vor den Kontrollen auch keine Angst haben, so der Tenor unter einigen Langzeit-Residenten.
Komplett geschlossen werden die Grenzen durch die neuen Maßnahmen nicht. Für EU-Bürger ändert sich an den Wohn- und Arbeitsrechten auf den Kanaren nichts. Allerdings ist das gemütliche Reisen ohne Ausweis-Check vorerst vorbei. Wie lange das diplomatische Tauziehen anhält und wann die Flughäfen wieder zum Normalbetrieb zurückkehren, kann derzeit keiner sagen.
