Die Regierung der Kanaren hat den Alarmzustand aufgrund einer intensiven Hitzewelle massiv ausgeweitet. Nachdem bereits am gestrigen Montag die höchste Alarmstufe wegen Waldbrandgefahr für Gran Canaria in Kraft trat, gilt diese ab dem heutigen Dienstag, dem 30. Juni 2026, um 07:00 Uhr, auch für alle anderen Inseln des Archipels. Zudem wurde für Gran Canaria ab 11:00 Uhr eine offizielle Hitzewarnung herausgegeben, während für den Rest der Inseln eine Vorwarnung aktiv ist.
Die Generaldirektion für Katastrophenschutz wendet damit die Sonderpläne für extreme Wetterereignisse (PEFMA) und Waldbrände (INFOCA) an. Begleitet wird die Hitze von einer bereits aktiven Windwarnung sowie einer Vorwarnung vor gefährlichen Küstenphänomenen, die das gesamte Archipel betrifft.
Bis zu 37 Grad und extreme Trockenheit in den Bergen
Die Wettervorhersage vermeldet einen deutlichen Anstieg der Höchsttemperaturen, der vor allem in den mittleren Höhenlagen spürbar wird. In den nach Südosten, Süden und Westen ausgerichteten Lagen Gran Canarias sowie im Tejeda-Becken werden Spitzenwerte von bis zu 37 Grad Celsius erwartet. In den Höhenlagen von Teneriffa und La Gomera klettern die Werte auf über 34 Grad, während für das Landesinnere von Lanzarote und Fuerteventura mehr als 32 Grad vorhergesagt werden.
Eine ausgeprägte Temperaturinversion in 300 bis 500 Metern Höhe sorgt dafür, dass sich die heiße, trockene Luft auf den Gipfeln staut. Da die relative Luftfeuchtigkeit zeitgleich unter 30 Prozent fällt, steigt das Risiko für unkontrollierbare Brände rasant an. Die Behörden gehen davon aus, dass die Wetterlage ab Mittwoch, dem 1. Juli, langsam abklingt.
Schwere Sturmböen über 90 km/h und raue See
Neben der Hitze sorgt ein starker Nordost-Passat für gefährliche Windböen. Besonders betroffen sind tiefer gelegene Gebiete an den Südost- und Westhängen sowie das Agaete-Tal auf Gran Canaria, der äußerste Nordwesten Teneriffas und die Region El Paso auf La Palma. Auf Gran Canaria und La Gomera können die Sturmböen lokal Geschwindigkeiten von über 90 Kilometern pro Stunde erreichen.
An den Küsten herrscht starker Seegang mit einer Norddünung und Wellen von bis zu zwei Metern Höhe. Gefährlich raue See wird insbesondere für die Nordost- und Westküsten von El Hierro, den Südosten und Nordwesten von La Palma, die Westküste von La Gomera sowie die Südost- und Nordwestküsten von Teneriffa und Gran Canaria erwartet.
Offizielle Verhaltensregeln der Regierung
Die Behörden bitten die Bevölkerung und Urlauber eindringlich, folgende Selbstschutzmaßnahmen strikt einzuhalten:
- Brandschutz: Keine Zigarettenkippen oder Müll in Waldgebieten wegwerfen. Das Zünden von Feuerwerkskörpern und das Grillen auf offenen Feldern sind strengstens verboten.
- Objektschutz: Grundstücke in Waldnähe müssen frei von trockener Vegetation gehalten werden. Wildes Zelten ist untersagt.
- Hitzeschutz: Körperliche Anstrengung in der Mittagssonne vermeiden, viel Wasser trinken und extrem auf ältere Menschen sowie Kinder achten.
- Sturmsicherung: Blumentöpfe und lose Gegenstände von Balkonen und Dächern entfernen. Abstand von Baustellen, Gerüsten und Werbetafeln halten.
- Küstenschutz: Molen, Wellenbrecher und Küstenabschnitte wegen unvorhersehbarer Wellen meiden. Wassersport und Angeln müssen verschoben werden.
Bei Sichtung von Rauch oder Feuer ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
