Die Umweltschutzorganisation Ecologistas en Acción hat in ihrem am Montag veröffentlichten Jahresbericht „Banderas Negras 2026“ der Playa de Las Teresitas in Santa Cruz auf Teneriffa die Schwarze Flagge verleihen.
Der ikonische, künstlich angelegte Goldstrand – eine der bekanntesten Postkartenansichten der Inselhauptstadt – wurde wegen jahrzehntelanger Misswirtschaft, illegaler Privatisierungen öffentlicher Flächen und chronischer Umweltverschmutzung abgestraft.
Das jährliche Gutachten listet die gravierendsten Fälle von Küstenzerstörung, Überlastung und mangelhafter Verwaltung in ganz Spanien auf. Insgesamt wurden landesweit 48 Schwarze Flaggen vergeben. In der Provinz Santa Cruz de Tenerife wurden zwei Hotspots explizit angeprangert: Der Strand Teneriffa Las Teresitas sowie das von massiver Bau- und Tourismusplanung bedrohte Küstengebiet Puertito de Adeje im Süden der Insel.
Fäkalbakterien und originale Einleitungen belasten die Bucht
Die Diagnose der Ökologen für den beliebten Hauptstadtstrand fällt vernichtend aus. Den Behörden wird ein „geplantes, schweres Versehen“ vorgeworfen, unter dessen Folgen vor allem die Anwohner des angrenzenden Fischerdorfes San Andrés sowie die Badegäste zu leiden hätten. Neben unkontrollierten, illegalen Abwassereinleitungen aus dem städtischen Raum bemängelt die Organisation eine fehlerhafte Infrastruktur, massive Sicherheitsmängel, mangelnde Barrierefreiheit sowie die schrittweise Zerstörung des lokalen Kultur- und Naturerbes.
Dass die Warnung der Umweltschützer keine reine Theorie ist, zeigt die jüngste Realität vor Ort: Aufgrund mangelhafter mikrobiologischer Wasserqualität musste der strand in der Vergangenheit bereits mehrfach teilgesperrt werden. Erst kürzlich wurde wegen einer akuten Gesundheitsgefährdung durch Bakterien ein striktes Badeverbot zwischen den Strandzugängen 5 und 8 verhängt und dort die rote Flagge gehisst.
Dringender Rettungsplan gefordert
Die Verleihung der Schwarzen Flagge ist ein schwerer symbolischer Schlag für das Image der Urlaubsinsel. Tausende Einheimische und Touristen strömen täglich an den Palmenstrand. Ecologistas en Acción fordert nun von den zuständigen Gemeinden und der Inselregierung die sofortige Umsetzung eines koordinierten Sanierungsplans. Nur durch einen sofortigen Stopp aller illegalen Einleitungen, die konsequente Rückführung privatisierter Zonen in die öffentliche Hand und einen wirksamen Küstenschutz könne das Ökosystem der Bucht langfristig gerettet werden.
