Die Zahl der tödlichen Unfälle in den Küstengewässern und Swimmingpools auf dem Archipel ist im ersten Halbjahr spürbar angestiegen. Von Januar bis Juni 2026 verloren insgesamt 31 Menschen durch Ertrinken auf den Kanaren ihr Leben. Wie die halbjährliche Statistik von „Canarias, 1500 Km de Costa“ belegt, entspricht dies einem Zuwachs von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 27 Badetote registriert wurden. Insgesamt mussten die Rettungskräfte an den Küsten und Poolanlagen der Autonomen Gemeinschaft 97 Betroffene versorgen – ein Anstieg von 23 Prozent.
Die Verteilung auf die einzelnen Inseln zeigt ein deutliches Gefälle. Die absolute Mehrheit der Tragödien ereignete sich auf Teneriffa, wo allein 13 Menschen im Wasser starben. Dahinter folgen Fuerteventura mit sechs Opfern, Gran Canaria mit fünf, El Hierro mit drei sowie Lanzarote und La Gomera mit jeweils zwei tödlichen Badeunfällen.
Leichtsinn bei Wellenwarnungen und rote Flaggen ignoriert
Die detaillierte Auswertung der Unfälle deckt einen erschreckenden Leichtsinn unter Badegästen auf. Satte 61 Prozent aller tödlich verunglückten Personen (19 Opfer) begaben sich zu dem Zeitpunkt im Meer, als die Regierung der Kanaren aufgrund von extremem Wellengang oder starkem Wind offizielle Wetterwarnungen für die Küsten herausgegeben hatte.
Besonders tragisch verlief der Monat Juni, in dem auch zwei Kleinkinder im Alter von einem und vier Jahren in Swimmingpools auf Fuerteventura und Lanzarote ertranken. Die Experten betonen, dass rund 90 Prozent der Unfälle bei Minderjährigen auf eine mangelnde Aufsichtspflicht der erwachsenen Begleitpersonen zurückzuführen sind. Nach wie vor sind männliche Badegäste (22 Verstorbene) deutlich häufiger betroffen als Frauen (9 Opfer), wobei fast die Hälfte aller identifizierten Opfer ausländische Touristen – allen voran aus Deutschland und Großbritannien – waren.
