Im Rahmen einer landesweiten Initiative zur Regularisierung von Migranten ohne gültige Papiere verzeichnen die Behörden auf dem Archipel einen enormen Andrang. Nach Daten des Migrationsministeriums wurden auf den Kanaren 37.525 Anträge auf eine legale Aufenthaltserlaubnis eingereicht.
Spanienweit beläuft sich die Zahl der Anträge von Einwanderern auf über 516.000, womit die Kanaren zu den am stärksten betroffenen Regionen des Landes gehören. Die Maßnahme zielt darauf ab, bereits im Land lebende Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus aus der Schattenwirtschaft zu holen und steuerlich zu erfassen.
Um einen solchen Antrag stellen zu dürfen, mussten die Betroffenen nachweisen, dass sie sich bereits seit geraumer Zeit in Spanien aufhalten und sozial integriert sind.
Integration über den Arbeitsmarkt: Wie Tausende Einwanderer bei der Migration auf den Kanaren aus der Schattenwirtschaft gelotst werden
Die detaillierte Auswertung der Anträge zeigt, dass die Mehrheit der Einwanderer eine Legalisierung über die sogenannte „Arraigo“-Regelung anstrebt. Dabei nimmt das Modell der arbeitsmarktbezogenen Integration („Arraigo Laboral“) die wichtigste Rolle ein. Tausende Migranten auf den Inseln arbeiten bereits informell in Branchen wie dem Tourismus, der Gastronomie, der Landwirtschaft oder im Haushaltssektor und versuchen nun, über einen offiziellen Arbeitsvertrag einen legalen Status zu erlangen.
Kritiker aus der Opposition warnen vor einem potenziellen „Sog-Effekt“ durch die nachträgliche Massen-Legalisierung. Die sozialistische Zentralregierung in Madrid und die kanarische Regionalpolitik betonen hingegen die wirtschaftliche Notwendigkeit.
Durch die Überführung in reguläre Arbeitsverhältnisse fließen dringend benötigte Beiträge in die spanische Sozialversicherung und die Steuerkassen. Zudem helfe die Maßnahme dabei, den akuten Arbeitskräftemangel in vielen Dienstleistungssektoren der Inseln abzufedern. Die Ausländerbehörden stehen nun vor der logistischen Herausforderung, die Zehntausenden Anträge in den kommenden Monaten einzeln zu prüfen.
