Die Regierung der Kanaren schlägt Alarm. Regionalministerin Candelaria Delgado fordert von der Zentralregierung eine sofortige Aufstockung der Finanzmittel auf 100 Millionen Euro. Dieses Geld wird dringend benötigt, um die Versorgung von über 3.600 unbegleiteten minderjährigen Migranten auf den Inseln zu sichern. Die aktuellen Kapazitäten sind restlos erschöpft, und die bürokratischen Blockaden in Madrid verschärfen die Krise dramatisch.
Kollaps der Betreuungseinrichtungen droht
Die Situation auf den Kanaren spitzt sich seit Monaten zu. Da die Verteilung der Jugendlichen auf das spanische Festland und in andere autonome Gemeinschaften extrem schleppend verläuft, verbleiben fast alle Schutzsuchenden auf den Inseln. Die lokalen Aufnahmezentren arbeiten weit über ihrer Belastungsgrenze. Die geforderten 100 Millionen Euro sollen die akuten Kosten für Unterkunft, Verpflegung sowie die psychologische und rechtliche Betreuung der Minderjährigen decken.
Madrid blockiert Gelder wegen Haushaltsstreit
Ein Problem ist die politische Blockade in Madrid. Da es der Zentralregierung an einem neuen, verabschiedeten Staatshaushalt fehlt, fließen versprochene Gelder nicht. Delgado stellt jedoch klar, dass die Betreuung schutzbedürftiger Kinder nicht auf politische Debatten warten kann. Sie verlangt eine sofortige Bereitstellung der Sonderfinanzierung über außerordentliche Dekrete, um einen humanitären Kollaps auf den Inseln abzuwenden.
