Die Bestätigung der ersten Leishmaniose-Fälle auf den Kanaren sorgt derzeit für Unruhe unter Haustierbesitzern. Eine groß angelegte Studie der Universität von Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) wies den Erreger erstmals bei Hunden nach, die das Archipel nie verlassen haben. Experten mahnen nun jedoch ausdrücklich zur Besonnenheit.
ULPGC-Studie weist Erreger bei jedem zehnten Verdachtsfall nach
Die unter der Leitung von Professor José Alberto Montoya durchgeführte Untersuchung analysierte bisher rund 800 Hunde auf allen Inseln, bei denen bereits ein klinischer Verdacht vorlag. Das Ergebnis: Bei etwa 10 Prozent der Tiere fiel der Test positiv aus. Dies belegt eindeutig, dass die Schmetterlingsmücke (Flebótomo), die als Überträger des Parasiten Leishmania infantum fungiert, mittlerweile auf den Kanaren aktiv ist.
Die offiziellen Endergebnisse der Studie sollen im September 2026 vorgestellt werden. In den Tierkliniken der Inseln hat die Nachricht bereits zu einem massiven Anstieg von Beratungsanfragen geführt. Hundebesitzer interessieren sich verstärkt für eine Impfung, allerdings ist der entsprechende Impfstoff auf dem Archipel aktuell noch gar nicht flächendeckend im Vertrieb.
Kein Grund zur Panik
Die Tierärztekammern betonen, dass trotz der neuen Daten absolut kein Grund zur Alarmstimmung besteht. Dr. Sara Pérez, Vorstandsmitglied der Tierärztekammer von Las Palmas, stellt klar, dass eine Impfung ohnehin kein Allheilmittel sei, da sie das Erkrankungsrisiko nur um etwa 72 Prozent senke. Die wichtigste und effektivste Schutzmaßnahme sei es, den Stich der Mücke von vornherein zu verhindern.
Spezielle Abwehrhalsbänder (Repellentien) senken das Infektionsrisiko um mehr als 90 Prozent und werden von Tierärzten derzeit klar bevorzugt. Zudem weisen Experten darauf hin, dass eine andere parasitäre Erkrankung, die sogenannte Filaria (Herzwurm), auf den Kanaren weiterhin eine weitaus größere und akutere Gefahr für ungeschützte Hunde darstellt. Tierhalter sollten besonders in den Dämmerungsstunden aufmerksam sein, da die übertragenden Insekten zu dieser Zeit am aktivsten sind.
