Ein hochemotionaler und dramatischer Rettungseinsatz hat sich am Mittwochabend vor den Kanaren abgespielt. Nach der Entdeckung eines völlig überbesetzten Bootes mit 165 Migranten vor El Hierro kam für zwei Insassen jede Hilfe zu spät, während ein sechs Monate altes Baby per Hubschrauber in eine Klinik geflogen werden musste.
Fischer entdecken manövrierunfähiges Boot
Das Drama begann am späten Mittwochnachmittag, als die Besatzung eines lokalen Fischerbootes rund drei Seemeilen südlich der Insel ein großes Holzboot sichtete und sofort die Rettungskräfte alarmierte. Das Schiff der Seenotrettung (Salvamento Marítimo) fing das Boot ab und schleppte es in den Hafen von La Restinga. Insgesamt befanden sich 165 Menschen an Bord, die eine tagelange, beschwerliche Reise über den Atlantik hinter sich hatten.
Zwei Todesopfer und dramatische Rettung eines Babys
Trotz des schnellen Eingreifens der Retter verstarben eine Frau und ein Mann noch während des Einsatzes an extremer Dehydration und Entkräftung. Für besondere Bestürzung sorgte der Zustand eines erst sechs Monate alten Babys.
Das Kind befand sich in einem kritischen Zustand und musste nach der Erstversorgung am Pier sofort per Heli ins Universitätskrankenhaus Nuestra Señora de Candelaria nach Teneriffa geflogen werden. Insgesamt mussten 15 weitere Insassen des Bootes aufgrund schwerer medizinischer Komplikationen ins Inselkrankenhaus von El Hierro eingeliefert werden.
