Das Ertrinken bleibt auf den Kanaren die häufigste Ursache für tödliche Unfälle – noch vor dem Straßenverkehr. Anlässlich des Welttages für die Prävention des Ertrinkens hat die Plattform „Canarias 1.500 Km de Costa“ eine alarmierende Bilanz vorgelegt. In den vergangenen zehn Jahren verloren auf dem Archipel Hunderte Menschen ihr Leben im Wasser.
Über 700 Badetote in einer Dekade registriert
Zwischen den Jahren 2015 und 2025 sind auf den Kanaren mindestens 734 Menschen durch Ertrinken ums Leben gekommen, darunter 13 Minderjährige. Die jährlichen Zahlen zeigen ein konstant hohes Niveau: Nach 71 Toten im Jahr 2023 und 72 Opfern im Jahr 2024 verzeichneten die Behörden auch im Jahr 2025 insgesamt 69 Badetote. Im laufenden Jahr 2026 setzt sich dieser traurige Trend ungebremst fort. Bis Ende Juli wurden bereits wieder 39 Todesfälle gezählt, unter denen sich fünf Kinder befinden.
Neben den Todesopfern wurden in der letzten Dekade rund 2.200 Personen nach Unfällen in Pools oder am Meer medizinisch versorgt.
Mangelnde Aufsicht und gefährliche Strömungen als Hauptursachen
Der Vorsitzende der Präventionsplattform, Chano Quintana, zeigt sich besonders über den Anstieg der Unfälle bei Kindern besorgt. In neun von zehn Fällen bei minderjährigen Opfern lasse sich das Unglück auf eine mangelnde Aufsicht oder Unachtsamkeit der Erziehungsberechtigten zurückführen. Als größte Gefahr im offenen Meer gelten zudem sogenannte Rippströmungen.
Erst in dieser Woche ertrank ein zwölfjähriges Mädchen an der Playa de La Laja auf Gran Canaria, als es versuchte, einem anderen Kind im Wasser zu helfen. Experten raten dringend dazu, bei solchen Strömungen nicht gegen das Wasser anzukämpfen, sondern sich seitlich aus dem Sog treiben zu lassen und Ruhe zu bewahren.
