Der anhaltende seismische Schwarm unter Teneriffa bricht Rekorde. Das Vulkanologische Institut der Kanaren (Involcan) registrierte seit dem Beginn der Aktivität am Mittwochabend mittlerweile mehr als 4.500 hybride Ereignisse. Damit handelt es sich offiziell um den am längsten andauernden Erdbebenschwarm dieser Art, der jemals auf der Insel dokumentiert wurde.
Neuer Höchstwert in der Caldera de Las Cañadas
Die Messgeräte zeichnen die Sequenz seit Mittwoch, dem 22. Juli, um 21:30 Uhr ununterbrochen auf. Das Epizentrum konzentriert sich im südwestlichen Sektor der Caldera de Las Cañadas in einer Tiefe von rund 10 Kilometern. In Phasen extrem hoher Aktivität überstieg die Frequenz zeitweise 300 Erschütterungen innerhalb einer einzigen Stunde.
Die Wissenschaftler betonen, dass es sich um sogenannte hybride Signale handelt. Diese entstehen nach den neuesten Analysen durch die Zirkulation und Injektion von hydrothermalen Flüssigkeiten und Gasen magmatischen Ursprungs in tiefen Gesteinsklüften. Seit dem Jahr 2016 handelt es sich bereits um die 15. Serie dieser Art unter dem Teide-Massiv.
Keine Anzeichen für eine bevorstehende Eruption
Trotz der beeindruckenden Gesamtzahl von über 4.500 Erschütterungen senden die beteiligten Experten von Involcan sowie des Nationalen Geografischen Instituts (IGN) eine klare und beruhigende Botschaft an die Bevölkerung: Es besteht absolut kein Risiko für einen Vulkanausbruch.
Die allermeisten Signale besitzen eine extrem geringe Amplitude und weisen die Charakteristik von schwachen Mikro-Beben auf, die von Menschen überhaupt nicht gespürt werden können.
Für ein echtes pre-eruptives Szenario müssten laut Involcan ganz andere Faktoren zusammenkommen. Dazu gehören spürbare Erdstöße, eine kontinuierliche Aufwärtswanderung der Bebenherde sowie eine schnelle, großflächige Verformung der Erdoberfläche. Da diese Parameter nicht messbar sind, bleibt die offizielle Vulkanampel für Teneriffa auf Grün.
