Die Kanaren greifen beim unregulierten Wildcamping durch und ordnen den Tourismus unter freiem Himmel komplett neu. Ein neues Dekret legt ab sofort strenge Mindeststandards für alle offiziellen Campingplätze und Wohnmobilstellplätze auf dem Archipel fest. Betreiber und Nutzer müssen sich auf drastische Änderungen einstellen.
Aus für das unregulierte Campen: Kanarische Regierung beschließt harte Infrastruktur-Auflagen und maximale Aufenthaltsdauer.
Die Neuregelung schafft erstmals eine klare gesetzliche Trennung zwischen klassischen Campingplätzen und reinen Wohnmobilstellplätzen. Um den unkontrollierten Wildwuchs an den Küsten einzudämmen, schreibt das Dekret für alle Plätze eine lückenlose Mindestausstattung vor. Dazu gehören obligatorische Strom- und Trinkwasseranschlüsse, eine gesicherte Abwasserentsorgung sowie feste Beleuchtungs- und Brandschutzsysteme. Auch die Pflicht zur Mülltrennung ist nun gesetzlich verankert.
Zudem greift die Regierung bei der Nutzungsdauer hart durch. Auf reinen Wohnmobilstellplätzen dürfen Fahrzeuge ab sofort maximal 72 Stunden am Stück stehen. Ein längeres Verweilen ist verboten. Auf klassischen Campingplätzen ist die Aufenthaltsdauer zwar flexibler, allerdings müssen dort nun mindestens 60 Prozent der Gesamtfläche für traditionelle Zelte reserviert bleiben. Damit soll verhindert werden, dass Campingplätze zu reinen Dauer-Wohnmobilparks umfunktioniert werden.
Hohe Strafen für illegale Stellplätze und Wildcamping
Alle bestehenden und zukünftigen Stellplätze müssen sich ab sofort strengen Kontrollen unterziehen und eine offizielle Betriebserlaubnis vorweisen. Plätze, die die neuen sanitären und umwelttechnischen Auflagen nicht erfüllen, droht die sofortige Schließung. Die Behörden wollen mit diesem Schritt nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch die Qualität des Outdoor-Tourismus auf den Inseln spürbar anheben. Für Camper bedeutet das neue Dekret das endgültige Aus für die gewohnte Freiheit beim Freistehen.
