Auf Gran Canaria ist der Guardia Civil jetzt eine neunköpfige Bande ins Netz gegangen, die einen heimlichen Tankdienst für kriminelle Gruppen auf dem Atlantik betrieb. Vier Lieferwagen wurden bei dem Zugriff beschlagnahmt. Ein Transporter raste mitten im Einsatz mit Vollgas vor den Beamten davon und konnte erst nach einer gefährlichen Verfolgung eingekesselt werden.
Verdächtige Mietwagen in Pozo Izquierdo entdeckt
Den Stein ins Rollen brachten aufmerksame Polizisten, denen zwei große gemietete Transporter wegen ihrer ungewöhnlichen Nutzung auffielen. Schnelle Überprüfungen bestätigten den Verdacht der Ermittler sofort: Beide Fahrzeuge waren insgeheim für das Schleppen riesiger Spritmengen umgebaut worden. Ziel des Ganzen war es, kriminelle Crews mitten auf dem offenen Atlantik mit frischem Treibstoff zu versorgen.
Die Guardia Civil leitete daraufhin eine verdeckte Überwachung im Bereich von Pozo Izquierdo ein, wo kurz darauf zwei weitere, baugleiche Lieferwagen auftauchten. Gleichzeitig sichteten die Einsatzkräfte auf dem Wasser ein großes, halbstarres Schnellboot. Das Schiff navigierte ohne Kennzeichnung mit hoher Geschwindigkeit in nördliche Richtung entlang der Küstenlinie.
Zugriff in der Tirajana-Schlucht nach Fluchtversuch
Zugriffsbereit warteten die Beamten im Verborgenen, bis die vier Transporter über staubige Pisten Richtung Wasser holperten. Die Fahrt führte die Männer durch das Tirajana-Tal bis vor an die Salinas de Matorral, wo das Schnellboot schon auf den Treibstoff wartete. Als die Bande die Falle bemerkte, eskalierte die Situation: Ein Fahrer rammte rücksichtslos die Polizeisperre und raste mit Vollgas davon. Weit kam er allerdings nicht, da ihn die Streifenwagen nach einer kurzen Verfolgungsjagd schnell einholten und einkesselten.
Das abgefangene Benzin war für ein unmarkiertes Schnellboot vor der Küste bestimmt. Solche geheimen Tank-Aktionen auf dem Meer sichern die Reichweite von Drogen-Schnellbooten oder Shuttles für die illegale Migration auf dem Atlantik.
Die Fahrzeuge sowie das Benzin-Depot auf den Ladeflächen wurden sichergestellt. Durch das Abfangen der Ladung konzentrieren sich die Ermittler nun voll auf die Feinarbeit im Hintergrund. Vorrangiges Ziel ist die Identifizierung der Drahtzieher des illegalen Netzwerks, um der gesamten Struktur die logistische Grundlage zu entziehen.
