Ein langes, von tiefer Liebe zu den Kanaren geprägtes Leben ist erloschen. Wie erst jetzt im Detail bekannt wurde, erlag der Münchner Rentner Franz wenige Wochen nach seinem 86. Geburtstag in einem Krankenhaus im Süden von Gran Canaria seinem Leiden. Nach dem schrecklichen Betrug um seine Flugtickets im Vorjahr hinterlässt sein Tod eine tiefe Lücke; umso berührender ist das Vermächtnis, dass eine mitfühlende Gemeinschaft ihm seinen sehnlichsten Wunsch vor dem Abschied noch erfüllt hatte.
Die enge Verbindung des Münchners zu der Kanareninsel reichte mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. In seiner Jugend arbeitete Franz eine Zeit lang als Koch auf Gran Canaria und verlor seitdem sein Herz an das Archipel. Stolze 53 Jahre lang reiste er jedes Jahr pünktlich zu seinem Geburtstag an. Um sich diesen jährlichen Herzenswunsch trotz einer kleinen Rente zu finanzieren, legte er über Jahrzehnte hinweg eisern jeden Tag genau vier Euro beiseite.
Große mediale Aufmerksamkeit erlangte sein Schicksal im April 2025, als die deutsche BILD-Zeitung über einen dreisten Betrug an dem Senioren berichtet. Eine Reiseagentur händigte ihm für seinen mühsam ersparten Urlaub gefälschte Flugtickets aus; die Reise war damit geplatzt und das Geld verloren.
Große Welle der Solidarität rettete den Traum
Die Nachricht über den Betrug löste unter den Lesern eine enorme Hilfsbereitschaft aus. Zahlreiche Spender sammelten Geld, um dem betrogenen Rentner den Geburtstag auf der Insel doch noch zu ermöglichen. Unter den Helfern befand sich ein Ehepaar, das spontan 400 Euro beisteuerte, sowie zahlreiche Fans seines Lieblingsfußballvereins TSV 1860 München.
Dank dieser Unterstützung reiste Franz im Mai 2025 nach Gran Canaria und feierte im Kreis von über 30 Freunden im „Café Susi“ seinen 85. Geburtstag – ein Fest, das er später als den schönsten Geburtstag seines Lebens beschrieb.
Der letzte Geburtstag in Maspalomas
Auch im April 2026 kehrte Franz mit den verbliebenen Spendengeldern noch einmal in ein Apartment mit Meerblick zurück, um seinen 86. Geburtstag zu verbringen. Es sollte sein letzter Aufenthalt werden. Nur wenige Tage nach den Feierlichkeiten verschlechterte sich sein Gesundheitszustand massiv. In der Nacht vor seinem geplanten Rückflug nach München lieferten Rettungskräfte den schwerkranken Mann ins Krankenhaus von Maspalomas ein, wo er nach zehn Tagen an den Folgen einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge friedlich einschlief.
