Die Kriminalitätsrate im Gemeindegebiet von Las Palmas auf Gran Canaria ist im ersten Halbjahr dieses Jahres leicht gesunken. Nach den Daten des Innenministeriums wurden in den ersten sechs Monaten insgesamt 9.549 Straftaten registriert. Das entspricht einem Rückgang von 2,37 Prozent (-232 Fälle) im Vergleich zur ersten Jahreshälfte des Vorjahres 2025. Dieser allgemeine Abwärtstrend ist vor allem auf die Entwicklung der Cyberkriminalität zurückzuführen, die um 251 Fälle zurückging. Der Online-Betrug sank um 181 Fälle auf 1.395 Delikte, während andere Cyber-Straftaten um 70 Fälle auf 276 zurückgingen. Die Cyberkriminalität macht allerdings nur 17 Prozent der gesamten behördlichen Aktivitäten aus.
Die herkömmliche konventionelle Kriminalität, die rund 83 Prozent des gesamten Aufkommens ausmacht und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung maßgeblich beeinflusst, liefert ein geteiltes Bild. Von den 14 untersuchten Arten und Unterarten an Delikten entwickelten sich fünf positiv, zwei blieben unverändert und sieben verschlechterten sich.
Rückgang bei einfachen Diebstählen und Wohnungseinbrüchen
Besonders positiv entwickelte sich die Statistik bei Eigentumsdelikten. Einfache Diebstähle verzeichneten den stärksten Rückgang. Die Zahl sank von 2.344 auf 2.119 Fälle, was ein Minus von 225 Taten (fast 10 Prozent) bedeutet. Auch bei den Wohnungseinbrüchen meldeten die Behörden eine spürbare Verbesserung um elf Prozent von 114 auf insgesamt 102 Vorfälle.
Die Zahl der versuchten Morde und Tötungsdelikte verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von vier auf drei Vorfälle. Keine Veränderung gab es hingegen bei den vollendeten Tötungsdelikten, die weiterhin bei vier Fällen liegen. Das Feld der Entführungen blieb unbelastet.
Sorge über Zunahme von Drogenhandel, Vergewaltigungen und Schlägereien
Beim Drogenhandel wird ein Zuwachs von 54 auf 68 Fälle registriert. Körperverletzungen und Schlägereien verzeichneten einen Anstieg von 96 auf 110 dokumentierte Taten. Die Zahl der Raubüberfälle mittels Gewalt oder Einschüchterung stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 234 auf 251 Fälle. Gewaltsame Raubdelikte in Geschäften, Kirchen und anderen Gebäuden legten um zehn Prozent von 173 auf 191 Vorfälle zu. Autodiebstähle verzeichneten ein Plus von acht Prozent auf 136 Fälle, und die restlichen konventionellen Straftaten wuchsen um vier Prozent auf 4.893 Taten.
Ein genauerer Blick auf die Kriminalstatistik zeigt, dass Frauen und Jugendliche in der Hauptstadt weiterhin stark gefährdet sind. Der Gesamtrückgang bei den Sexualstraftaten beruht nur auf weniger Fällen von Belästigung. Die Zahl der Vergewaltigungen ist im Vergleich zum Vorjahr um vier Fälle auf insgesamt 24 Taten geklettert. Damit wurde in den ersten sechs Monaten statistisch gesehen fast jede Woche eine Vergewaltigung gemeldet.
