Mehr als zwanzig Organisationen fordern den sofortigen Stopp der Ausschreibung für die Modernisierung des Stadions in Las Palmas auf Gran Canaria. Angesichts der schweren Wohnungsnot und sozialer Engpässe auf den Kanaren fordern die Verbände, die Millionen lieber in sozialen Wohnungsbau, Gesundheit und Bildung zu investieren.
Über 20 Verbände fordern die sofortige Rücknahme der 234-Millionen-Ausschreibung im Cabildo
Am heutigen Donnerstag reichen über 20 soziale, gewerkschaftliche und politische Organisationen ein offizielles Schreiben beim Cabildo de Gran Canaria ein. Ihr Ziel ist die sofortige Rücknahme der Neuausschreibung für den Umbau des Estadio de Gran Canaria. Das Bündnis zeigt sich besonders über die massiven Kosten von rund 234 Millionen Euro besorgt. Es sei nicht vermittelbar, eine derart riesige Summe öffentlicher Gelder in eine Sportstätte zu stecken, während die Kanaren in einer schweren Wohnungskrise stecken und unzählige Familien keinen bezahlbaren Wohnraum finden.
Die Verbände kritisieren scharf, dass die geplante Fußball-Weltmeisterschaft 2030 als Vorwand genutzt wird, um Luxus-Sportprojekte vor dringende soziale Bedürfnisse zu stellen. Öffentliche Investitionen dieser Größenordnung müssten einer breiten gesellschaftlichen Debatte unterliegen.
Die Gruppen fordern, dass die Millionen stattdessen in den Bau von Sozialwohnungen, das Gesundheitssystem und die Bildung fließen. Zudem darf das mit Steuergeldern finanzierte Stadion nicht für private Interessen missbraucht werden, sondern muss rein öffentlich bleiben. Auch die Beteiligung Marokkos an der WM-Ausrichtung wird im Schreiben kritisiert, wobei das Bündnis von den kanarischen Institutionen mehr Solidarität mit dem saharauischen Volk in Sachen Menschenrechte fordert.
