Nach dem tödlichen Klippensprung des 14-jährigen Jeremías Andeme Ondo an der Küste von Mogán auf Gran Canaria kommen immer Details ans Licht. Wie nun bekannt wurde, versuchten zwei Freunde bis zuletzt, die Katastrophe mit aller Kraft zu verhindern. Die Freunde hatten vor dem Sprung im Bereich „La Hondura“ eindringlich auf den heftigen Wellengang und die dortigen Badeverbote hingewiesen und Jeremías angefleht, nicht ins Wasser zu gehen. Der leidenschaftliche Nachwuchsfußballer ignorierte die Warnungen jedoch.
Todesmutiger Sprung in die tückischen Meereswirbel
Als die Jugendlichen sahen, dass der 14-Jährige im Wasser hilflos gegen die Brandung ankämpfte, sprangen zwei Begleiter entschlossen hinterher. Doch der Rettungsversuch in dem engen, von Meereswirbeln geprägten Bereich glich einem Himmelfahrtskommando. Die tückische Sogwirkung und die rutschigen Felswände machten ein Entkommen fast unmöglich, da jede Welle die Retter unkontrolliert zurückriss und gegen die scharfen Klippen warf.
Die beiden Freunde brachten sich selbst in höchste Gefahr und mussten schließlich einsehen, dass sie gegen die Naturgewalten keine Chance hatten. „Sie riskierten ihr Leben und mussten umkehren“, hieß es im Nachgang zu dem Drama. Völlig erschöpft gelang es den Jugendlichen gerade noch, sich aus eigener Kraft an den Klippen in Sicherheit zu bringen.
Experten betonen in solchen Ausnahmesituationen, dass man niemals versuchen sollte, gegen die Strömung zum Ufer anzukämpfen. Stattdessen muss man weiter auf das offene Meer hinausschwimmen, um sich bis zum Eintreffen der Rettungskräfte über Wasser zu halten.
In rund einem Meter Tiefe stießen die Retter schließlich auf den leblosen Körper des Jungen. Alle medizinischen Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg, sodass nur noch der Tod des Teenagers protokolliert werden konnte.
Der örtliche Polizeichef Marcos Domínguez fasste das Geschehen fassungslos zusammen: „Er unterschätzte die Gefahr an einem ihm unbekannten Küstenabschnitt, was in dieser furchtbaren Tragödie endete.“
Große Trauer im kanarischen Jugendfußball
Der Verlust des Jungen, der mit seinen sieben Geschwistern in Las Palmas lebte, sorgt auf ganz Gran Canaria für eine Welle der Bestürzung. Jeremías war ein fröhlicher und leidenschaftlicher Fußballspieler. Bis zum vergangenen Juni trug er das Trikot von Arucas CF. Der Verein gedachte ihm am Dienstagabend bei einem Spiel mit einer emotionalen Schweigeminute und der Botschaft: „Wir werden dich immer in Erinnerung behalten“.
Für die kommende Saison sollte Jeremías an der Seite eines seiner Brüder bei Acodetti CF spielen. Auch dieser Verein sowie die Schulgemeinschaft des IES Pablo Montesino sprachen der Familie und den traumatisierten Freunden ihr tiefstes Beileid aus. Auch das Team von Kanaren News spricht den Hinterbliebenen sein tiefes Beileid aus.
