Die Gewässer vor den Kanaren kommen nicht zur Ruhe. In den frühen Morgenstunden des Montags hat die Seenotrettung bei drei Einsätzen 557 Migranten vor El Hierro gerettet und in den Hafen von La Restinga gebracht.
Der größte Einsatz betraf das erste Boot der Nacht. Das völlig überladene Holzboot hatte insgesamt 268 Menschen an Bord, darunter 17 Frauen und vier Minderjährige. Nach Angaben der Rettungskräfte hatte das Boot eine lange und gefährliche Reise hinter sich. Die Menschen waren bereits seit elf Tagen auf dem Atlantik unterwegs, nachdem sie von Guinea-Bissau aufgebrochen waren. An Bord befanden sich Menschen aus dem Senegal, Gambia, Guinea-Conakry, Mali, Guinea-Bissau und der Elfenbeinküste.
Drei Boote binnen weniger Stunden abgefangen
Die Besatzung des Rettungsschiffes Salvamar Diphda brachte diese erste große Gruppe gegen 01:14 Uhr nachts im Hafen von La Restinga sicher an Land. Drei der Insassen mussten aufgrund verschiedener Vorerkrankungen und der Erschöpfung sofort medizinisch behandelt werden. Ein Mann wurde wegen einer akuten Gefäßthrombose direkt ins Krankenhaus eingeliefert.
Der Ansturm riss im Laufe der Nacht jedoch nicht ab. Gegen 06:00 Uhr morgens fing das Rettungsschiff Guardamar Polimnia ein zweites Boot mit 99 Menschen an Bord ab, das etwa 65 Kilometer vor der Küste trieb. Nur wenig später schlug das küstennahe Überwachungssystem (SIVE) erneut Alarm. Eine dritte Patera wurde 22 Kilometer südlich der Insel entdeckt. Die Salvamar Diphda rückte ein zweites Mal aus und holte weitere 190 Personen von dem Boot. Beide Gruppen erreichten El Hierro gegen 09:15 Uhr.
