Die Seenotrettung der Kanaren hat in der Nacht zum Donnerstag ein überfülltes Holzboot südlich von El Hierro entdeckt und die Insassen in den Hafen gebracht. An Bord des überladenen Bootes befanden sich 152 Menschen, darunter 15 Minderjährige, sowie die Leiche eines erwachsenen Mannes. Laut Angaben der Migranten sind diese vor 15 Tagen von Gambia gestartet.
Rettungseinsatz bei schwerem Seegang
Der Rettungseinsatz begann am Mittwochabend gegen 19:20 Uhr, nachdem ein erster Notruf über die Position des Bootes eingegangen war. Die Leitstelle mobilisierte umgehend zwei Rettungskreuzer sowie einen Suchhubschrauber, der das manövrierunfähige Boot schließlich rund 53 Kilometer vor dem Hafen von La Restinga lokalisieren konnte.
Aufgrund von starkem Wind und hohem Wellengang gestaltete sich die Evakuierung der Menschen jedoch äußerst schwierig. Das Rettungsschiff „Salvamar Navia“ nahm sowohl alle 152 Überlebenden als auch den Leichnam des verstorbenen Mannes sicher an Bord, musste jedoch das Abschleppen des leeren Holzbootes aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse abbrechen.
Das größere Rettungsschiff „Guardamar Polimnia“ übernahm schließlich den Transport der Menschen und erreichte den Hafen von La Restinga am frühen Donnerstagmorgen gegen 3:00 Uhr. Unter den Insassen befanden sich laut offiziellen Angaben 115 Männer, 22 Frauen und 15 Kinder und Jugendliche aus dem Senegal, Gambia, Mali, Guinea und der Elfenbeinküste.
Das Rote Kreuz und weitere medizinischen Einsatzkräfte mussten zehn Personen wegen schwerer Dehydration, Unterkühlung und Hautgeschwüren behandeln; sieben von ihnen wurden in ein Krankenhaus eingeliefert.
Weiteres Boot mit illegalen Einwanderern erreicht Lanzarote
Auch auf Lanzarote traf am Mittwoch wieder ein Boot mit illegalen Einwanderern ein. Die Patera erreichte am Morgen gegen sieben Uhr die Playa Bastián. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass sich etwa 20 bis 25 Personen an Bord des Bootes befanden, darunter ein Mädchen und mehrere Minderjährige. Beamte der Guardia Civil, der örtlichen Polizei und des Roten Kreuzes wurden umgehend zum Strand entsandt.
Bislang konnten 21 Personen ausfindig gemacht werden, und einige Zeugen geben an, dass drei von ihnen geflohen sind. Das Sicherheits- und Notfallzentrum hat unterdessen bestätigt, dass es zwei Personen auf der Straße angetroffen hat, obwohl es die genaue Anzahl der Personen, die sich in dem Boot befanden, noch nicht kennt. Nach Angaben der Rettungskräfte befinden sich alle Personen in einem guten allgemeinen Gesundheitszustand und es war nicht notwendig, sie ins Krankenhaus zu verlegen.
