Die spanische Regierung greift in der anhaltenden Migrationskrise in der autonomen Stadt Ceuta durch. Seit Donnerstagmorgen läuft eine koordinierte Großoperation, um rund 1.800 obdachlose Migranten, die nach den massenhaften Grenzübertritten vom 30. und 31. Juli am Strand von Trampolín und im Gebiet Loma Colmenar unter freiem Himmel schliefen, in provisorischen Aufnahmezentren unterzubringen. Der Transfer in die neuen Räumlichkeiten erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den staatlichen Sicherheitskräften und basiert auf Freiwilligkeit.
Humanitärer Notplan wird schrittweise hochgefahren
Mit der vorübergehenden Öffnung der Areale Loma Margarita und El Embolsamiento wurde ein erster sicherer Zufluchtsort geschaffen, der den Menschen eine geordnete Unterkunft, Schutz und sanitäre Versorgung bietet. Die Maßnahme ist Teil eines außerordentlichen humanitären Notplans, den das Ministerium für Integration, soziale Sicherheit und Migration gemeinsam mit Hilfsorganisationen wie ACCEM und Engloba kurzfristig auf die Beine gestellt hat. Sobald die laufenden Anpassungsarbeiten an weiteren Standorten abgeschlossen sind, sollen die Kapazitäten schrittweise erweitert werden.
Die Zentralregierung stellt sich auf eine länger anhaltende Ausnahmesituation in der Exklave ein. Wie Migrationsministerin Elma Saiz vor wenigen Tagen bestätigte, hat der Bau von vier neuen permanenten Einrichtungen für humanitäre Hilfe in Ceuta bereits begonnen. Ziel ist es, die Zahl der regulären Aufnahmeplätze in naher Zukunft auf bis zu 4.000 anzuheben, um das völlig überlastete lokale Versorgungsnetz dauerhaft zu entlasten.