Breite Unterstützung erfuhr Ceuta am Mittwochabend aus der kanarischen Bevölkerung. Insgesamt fünf Kundgebungen wurden auf vier verschiedenen Inseln des Archipels abgehalten, um ein unüberhörbares Zeichen der Solidarität im Angesicht der anhaltend schweren Migrationskrise zu setzen. Unter dem gemeinsamen Motto „Die Kanaren mit Ceuta“ machten die Teilnehmer auf die extrem angespannte Lage in beiden Grenzregionen aufmerksam.
Kundgebungen auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote
Pünktlich um 20:00 Uhr am Mittwochabend starteten die friedlichen Proteste an zentralen Plätzen der Inseln. Auf Teneriffa versammeln sich die Menschen vor dem Sitz der Regierungsdelegation in Santa Cruz de Tenerife sowie auf der Plaza del Charco in Puerto de la Cruz. Gran Canaria mobilisierte die Bürger auf der Plaza de la Feria in Las Palmas, während auf Fuerteventura die Calle Primero de Mayo in Puerto del Rosario und auf Lanzarote die Plaza de la Verfassung in Arrecife als Treffpunkte dienten.
Hinter den landesweiten Protesten stand ein breites Bündnis aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Plattformen und Bürgerinitiativen. Sie fordern von der spanischen Zentralregierung und der Europäischen Union endlich wirksame und koordinierte Maßnahmen, um die überlasteten Aufnahmeeinrichtungen in Ceuta und auf den Kanaren spürbar zu entlasten.
Drastischer Anstieg der Migrationszahlen im Sommer
Besonders dramatisch spitzte sich die Situation in Ceuta in den vergangenen Wochen zu, wo die Ankünfte von unbegleiteten minderjährigen Migranten im August um rekordverdächtige 400 Prozent in die Höhe geschnellt sind. Ähnlich wie auf den Kanarischen Inseln stehen die lokalen Behörden dort vor dem logistischen und humanitären Kollaps.
Eine ganz besondere Dynamik erhielt das Thema im politischen Rückblick durch den Umstand, dass Ministerpräsident Pedro Sánchez seinen Sommerurlaub im August in der offiziellen Residenz La Mareta auf Lanzarote verbrachte, während sich die Krise in Ceuta zeitgleich massiv zuspitzte. Mit den Kundgebungen machten die Menschen nun unmissverständlich klar, dass die betroffenen Grenzgebiete mit dieser historischen Herausforderung vom Staat keinesfalls allein gelassen werden dürfen.
