Die anhaltenden Bootsankünfte auf El Hierro sorgen derzeit für eine gewisse Unruhe wegen möglicher Krankheitsrisiken auf den Kanaren. Bei einer Fragestunde im Parlament trat Regionalpräsident Fernando Clavijo diesen Sorgen nun entschieden entgegen. Er rief zur Ruhe auf und betonte, dass die medizinischen Notfallpläne zuverlässig funktionieren.
Frühwarnsysteme und Isolierstationen stehen bereit
Die Strategie für gesundheitliche Notlagen wurde laut Clavijo erst in diesem Jahr aktualisiert. Es gebe einen täglichen Informationsaustausch mit dem Gesundheitsministerium. Zudem steht im Hospital de La Candelaria auf Teneriffa eine spezielle Isolierstation bereit. Sollten die Kapazitäten dort jemals knapp werden, sind Notfall-Lufttransporte aufs Festland eingeplant.
Zuvor hatte der Abgeordnete Raúl Acosta (AHI) gefordert, die medizinische Lage genau im Auge zu behalten. Durch die Verschiebung der Fluchtrouten reisen Menschen vermehrt aus afrikanischen Ländern an, in denen Krankheiten wie Diphtherie oder Ebola aktiv sind. Acosta stellte klar, dass es kein außergewöhnliches Risiko gebe und man Migration niemals pauschal mit Krankheiten gleichsetzen dürfe. Dennoch müsse die Verwaltung verantwortungsvoll vorbereitet sein.
Krankheitsübertragung laut Experten extrem unwahrscheinlich
Präsident Clavijo beruhigte die Abgeordneten mit Verweis auf medizinische Fakten. Dass beispielsweise ein Ebola-Ausbruch von der Grenze zwischen Kongo und Uganda die Inseln erreicht, gilt als nahezu ausgeschlossen. Zum einen stammen die Migranten auf den Booten nicht aus dieser Region. Zum anderen liegt die Inkubationszeit der Krankheit bei maximal 21 Tagen. Allein die Wartezeiten an den afrikanischen Küsten und die anschließende Überfahrt dauern in der Regel deutlich länger. Zudem wird das Virus erst übertragen, wenn infizierte Personen bereits deutliche und schwere Symptome zeigen.
