Im Fall der Beinahe-Kollision zweier Passagierflugzeuge über den Kanaren sind erschreckende Details ans Licht gekommen. Neuen Expertenanalysen zufolge kam das rettende Signal im Cockpit, das einen katastrophalen Flugzeugabsturz in letzter Sekunde verhinderte, erst eine Minute und 20 Sekunden vor dem errechneten Aufprall, wie Diario de Avisos berichtet.
Nur 3,7 Kilometer trennten die Maschinen vor dem Alarm
Der gefährliche Zwischenfall trug sich am 10. Juli 2026 um 01:23 Uhr auf der Luftstraße N857 im ozeanischen Luftraum der Kanaren zu. Die spanische Zivilluftfahrt-Kommission untersucht das Beinahe-Unglück zwischen dem Iberia-Airbus A321 und der Air-Europa-Boeing 787-9 derzeit unter dem Aktenzeichen IN-017/2026.
Bei Geschwindigkeiten von jeweils 800 bis 900 Kilometern pro Stunde waren sich die Jets in identischer Flughöhe (FL360) frontal auf weniger als zwei Seemeilen (rund 3,7 Kilometer) genähert. Erst das automatische TCAS-Antikollisionssystem in den Kabinen schlug exakt 80 Sekunden vor dem Zusammenstoß Alarm und rettete rund 500 Menschen das Leben. Alle Kontrollmechanismen am Boden hatten zuvor komplett versagt.
Nach einer parlamentarischen Anfrage muss sich nun die Regierung befassen
Öffentlich wurden diese harten Details durch eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Cristina Valido (CC) im spanischen Parlament. Die Politikerin fordert von der Zentralregierung in Madrid lückenlose Aufklärung darüber, warum das Frühwarnsystem ausfiel, wie viele Fluglotsen im Kontrollzentrum Enaire in dieser Nachtschicht Dienst hatten und ob die vorgeschriebenen Ruhezeiten zur Vermeidung von Ermüdung eingehalten wurden. Zudem wird geprüft, welche Sicherheitsaudits in den letzten 24 Monaten auf den Seewegen der Kanaren durchgeführt wurden.
