Am Samstagmorgen konnte die spanische Exklave Ceuta nach den unruhigen Tagen an der Grenze erst einmal tief durchatmen. Grund für die spürbare Entspannung am Grenzzaun ist das harte Durchgreifen der marokkanischen Behörden, die potenzielle Migranten schon weit im Hinterland abgefangen und gar nicht erst in die Nähe der Grenze kommen lassen hat.
Marokkanische Polizisten, sowohl in Uniform als auch in Zivil, kontrollierten Busse, Taxis und Privatfahrzeuge.
Während die marokkanische Polizei auf den Straßen rund um die Grenzregion massiv Präsenz zeigt und Kontrollen durchführt, bleibt die Lage auf der spanischen Seite zwar ruhig, aber weiterhin extrem angespannt. Die Sicherheitskräfte in Ceuta sind nach den Vorfällen der letzten Tage in voller Bereitschaft, um bei plötzlichen Veränderungen sofort reagieren zu können.
In Ceuta sind derzeit 880 Beamte der Nationalpolizei und 714 Beamte der Guardia Civil – fast 500 mehr als zuvor – unterstützt von rund 2.000 Militärangehörigen in Bereitschaft. Um die Lage abzusichern, hat das Innenministerium noch einmal nachgelegt und 45 zusätzliche Beamte einer Spezial-Einheit sowie 20 Experten für Einwanderungsfragen geschickt.
Vor Ort läuft jetzt ein riesiges Aufgebot: Neben Bereitschaftspolizei, Drohnen und einem Hubschrauber sind sogar acht Taucher der Guardia Civil im Einsatz. Auch auf dem Wasser wird scharf kontrolliert – mehrere Schiffe und drei große Marineschiffe bewachen derzeit die Küste.
Das Innenministerium schätzt die Zahl der Migranten in Ceuta auf 5.000, die lokale Regierung geht von 9.000 aus.
Trotz der momentanen Beruhigung am Grenzübergang betonen Experten, dass sich die Situation jederzeit ändern kann. Die Zusammenarbeit zwischen den spanischen und marokkanischen Behörden funktioniert im Moment zwar gut, doch der Druck auf die Grenzanlagen bleibt ein Dauerthema, das die Einsatzkräfte vor Ort auch in den kommenden Tagen weiter voll fordern wird.
