In Spanien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Besonders die Regionen um Ávila und die Sierra Oeste von Madrid sind von den Flammen betroffen. Allein das Feuer in Burgohondo (Ávila) hat bereits eine Fläche von rund 50.000 Hektar vernichtet. Der nationale Notstand wurde ausgerufen.
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Umweltministerin Sara Aagesen bestätigte die traurige Bilanz. Das Feuer in der Provinz Ávila gilt offiziell als der größte registrierte Waldbrand in der Geschichte des Landes. Zusammen mit den Bränden in den Regionen Madrid und Toledo sind es in der gesamten betroffenen Zone bereits über 77.000 Hektar Land, die den Flammen zum Opfer gefallen sind.
In der Gemeinde Madrid entwickeln sich die Ortschaften San Martín de Valdeiglesias und Pelayos de la Presa derzeit zu den kritischsten Brennpunkten. Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso warnte zudem vor einer schnellen Ausbreitung in Richtung Cadalso de los Vidrios und Almorox. Die Feuerwehr, Hunderte Freiwillige und die militärische Nothilfeinheit UME kämpfen im Dauereinsatz gegen eine „enorme Komplexität“ der Brandherde.
Massenevakuierungen in Castellón
Auch an anderen Orten des Landes bleibt die Lage dramatisch. In der Provinz Castellón brennt es in der Nähe von Vall d’Uixó unkontrolliert. Das dortige Feuer erstreckt sich über einen Umfang von 40 Kilometern. Die Behörden mussten bereits rund 19.000 Einwohner aus fast zwanzig Gemeinden in Sicherheit bringen.
Rettungskräfte vor Ort gaben an, dass die Intensität der Flammen stellenweise die Grenze der technischen Löschkapazitäten überschreitet. Aufgrund der extremen Rauchentwicklung gilt für die umliegenden Wohngebiete die dringende Aufforderung, in den Häusern zu bleiben, Fenster geschlossen zu halten und FFP2-Masken zu tragen.
Politik reagiert mit Besuchen im Krisengebiet
Die Katastrophe ruft auch die politische Führung des Landes auf den Plan. Ministerpräsident Pedro Sánchez hat für Montag einen Besuch im betroffenen Gebiet von Vall d’Uixó angekündigt. Gleichzeitig reist Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo nach Navalcarnero nahe Madrid, um sich im dortigen vorgeschobenen Kommandozentrum ein Bild von der Lage zu machen.
Während die Einsatzkräfte für die kommenden Stunden auf etwas günstigere Wetterbedingungen hoffen, bleibt die Lage in weiten Teilen Zentral- und Ostspaniens extrem angespannt.
