Die Stadtverwaltung von Santa Cruz auf Teneriffa greift an der berüchtigten Bauruine „Mamotreto de Añaza“ nun durch. Das städtische Planungsamt bestätigte, dass die inneren Treppenhäuser, die das Erdgeschoss mit dem vierten Obergeschoss verbanden, inzwischen vollständig entfernt wurden.
Diese Arbeiten ergänzen den Rückbau der Treppenhäuser im sechsten Obergeschoss, deren Abriss bereits am vergangenen Freitag abgeschlossen werden konnte. Ziel dieser baupolizeilichen Maßnahme ist es, das unbefugte Betreten und den Aufstieg in die oberen Etagen des gefährlichen Beton-Skeletts physisch unmöglich zu machen.
Dringende Sicherung nach tödlichem Sturz
Die Arbeiten wurden im Wege einer behördlichen Ersatzvornahme dringend notwendig, nachdem das verlassene Gebäude trotz Absperrungen immer wieder von Personen betreten wurde. Erst in dieser Woche war ein Unbefugter bis in die oberste Etage vorgedrungen und stieß dort auf einen Rucksack mit Dokumenten von Matías – jenem 27-jährigen Mann, der am 18. Juli in der Ruine tödlich verunglückt war.
Fünf Maßnahmen zur Schließung des Añaza-Monstrums
Um solche lebensgefährlichen Situationen künftig zu verhindern, investiert die Stadt nun insgesamt 112.500 Euro in ein umfassendes Sicherungspaket. Neben dem Rückbau der Erschließungswege gehört dazu auch die Vergitterung von rund 930 Quadratmetern offenen Fassadenflächen mit Metallgittern.
Als nächster Schritt steht die Absperrung von außen an. Wie die Stadträtin für Städtebau, Zaida González, erklärte, soll aufgeschüttetes Gelände, das derzeit als Rampe zur sechsten Etage dient, abgetragen werden. Stattdessen wird dort ein tiefer Graben ausgehoben, der den Zugang von außen blockiert. Bürgermeister José Manuel Bermúdez betonte, dass diese baulichen Blockaden ein entscheidender Schritt seien, um die Risiken in dem verlassenen Komplex zu minimieren, bis der endgültige, bürokratisch komplexe Abriss des gesamten privaten Gebäudes erfolgen kann.
Das 22-stöckige Betonmonster aus den Siebzigern
Das als „Mamotreto de Añaza“ bekannte Gebäude ist ein riesiges, Y-förmiges Beton-Skelett mit 22 Etagen, das direkt an der Südwestküste von Santa Cruz aufragt. Der Bau begann im Jahr 1973 und war ursprünglich als großes Hotelprojekt einer deutschen Investorengruppe geplant. Nach massiven finanziellen Problemen der Betreiberfirma wurden die Arbeiten jedoch noch in den 1970er-Jahren komplett eingestellt. Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht die gigantische Ruine nun unvollendet am Meer und dient seither als gefährlicher Anziehungspunkt.
