Die Flaute bei deutschen Urlaubern auf den Kanaren hält weiter an und sorgt für wachsende Verunsicherung. Jüngste Statistiken der offiziellen Tourismusbehörde für den Juli zeigen, dass der deutliche Rückgang der Gästezahlen aus Deutschland nicht abreißt.
Allein in diesem Monat verlor der zweitwichtigste Markt des Archipels 9.692 Besucher, was einem Minus von 5,3 % entspricht. Schaut man auf die ersten sieben Monate des Jahres, wird das Ausmaß noch deutlicher. 101.272 Deutsche weniger besuchten die Inseln. Hintergrund ist die schwächelnde deutsche Wirtschaft, die durch hohe Energiekosten und den harten Konkurrenzkampf auf dem Automobilmarkt seit Jahren mit einer Rezession kämpft.
Frankreich fängt die Verluste teils ab
Betrachtet man den bisherigen Jahresverlauf, so verzeichnen fast alle Kanarischen Inseln einen Rückgang deutscher Urlauber. Am härtesten traf es bisher Teneriffa mit einem Minus von 53.585 Touristen (-10,2 %) und Fuerteventura mit 27.299 Gästen weniger (-6,1 %).
Trotz eines Verlusts von über 22.000 Besuchern bleibt Gran Canaria mit 545.352 Ankünften das beliebteste Ziel der Deutschen. Einzige Ausnahme im Abwärtstrend ist La Palma, wo sich der Sektor allmählich erholt. Neben Deutschland schwächeln auch Italien (-5,5 %) und die nordeuropäischen Länder wie Dänemark. Wie Tourismusexperten jedoch betonen, springt meist ein anderer Markt ein, wenn ein Riese schwächelt.
Der französische Markt boomt dank neuer Direktflüge (u. a. aus Lyon, Marseille und Nizza) im Juli um 24,2 % und fing mit fast 40.000 zusätzlichen Gästen im Jahr 2026 einen Teil der Verluste ab.
