Elektromobilität auf den Kanaren gewinnt nach jahrelangem, zähem Anlauf mit beeindruckendem Tempo an Boden und etabliert sich als Haupttreiber des Automarktes. Die neuesten Daten des Importeursverbandes Fredica für den abgelaufenen Monat August zeigen einen historischen Sprung nach vorne. Der Absatz von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um beachtliche 81,64 Prozent auf 460 zugelassene Einheiten. Damit machten reine Elektroautos im August stolze 14,19 Prozent aller Neuzulassungen aus, während der Marktanteil auf das gesamte Jahr 2026 gerechnet nun stabil bei knapp zehn Prozent liegt.
Chinesische Automarken verändern dabei das Preisgefüge auf den Inseln grundlegend. Der Hauptgrund für den plötzlichen Verhaltenswechsel der kanarischen Kunden ist laut Fredica-Vizepräsident Rafael Pombriego der Markteintritt neuer Wettbewerber. Vor allem asiatische Hersteller wie BYD, MG, Omoda oder Jaecoo drängen mit wettbewerbsfähigen Modellen auf den Archipel. Das dadurch entstandene Angebot sorgt für flexiblere Preise, die deutlich besser an die Budgets der Inselbewohner angepasst sind.
Zusätzlich treiben die kontinuierlich steigenden Kraftstoffpreise und die stark verbesserte Reichweite moderner Elektrofahrzeuge, die mittlerweile fast durchgehend über 300 Kilometer abdecken, das Kundeninteresse an der Elektrifizierung voran. Parallele Zuwächse verzeichnen auch die verschiedenen Hybridsegmente auf den Inseln. Die Neuzulassungen von klassischen Hybridfahrzeugen stiegen im August um knapp 38 Prozent, während Plug-in-Hybride sogar ein Plus von 63 Prozent verbuchten.
Diese starke Entwicklung im privaten und geschäftlichen Sektor gleicht derzeit andere Marktschwankungen komplett aus. Der zuvor dominierende Mietwagenkanal verzeichnete im August nämlich einen deutlichen Rückgang von über 31 Prozent, da sich die Flottenkäufe der Autovermieter nach den extremen Anschaffungswellen der Vorjahre allmählich normalisieren.
