Auf den Kanaren hält der Anstieg der Immobilienpreise seit fast zwölf Jahren ununterbrochen an. Zuletzt ging die Preiskurve im dritten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr nach unten. Nach aktuellen Berechnungen des Nationalen Statistikinstituts (INE) kletterte der Index seither um kumuliert 99,3 Prozent, was die Anschaffungskosten für Immobilien nahezu verdoppelt.
Drastischer Preisdruck bei Neubauprojekten
Höchste Zuwächse verzeichnet das Segment der Neubauwohnungen. Innerhalb der ersten sechs Monate des laufenden Jahres stiegen die Preise auf den Kanarischen Inseln um 12,7 Prozent. Dieser Wert liegt deutlich über dem gesamtspanischen Durchschnitt, der im selben Zeitraum ein Plus von 4,6 Prozent ausweist. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verteuerten sich neugebaute Immobilien auf dem Archipel um insgesamt 11,9 Prozent.
Bestandsimmobilien verzeichnen im Vergleich zum Neubausegment ein moderateres Wachstum. Notierungen für ältere Objekte stiegen im abgelaufenen Quartal um 3,3 Prozent und seit Jahresbeginn um kumuliert 7,7 Prozent. Hauptursache für diese Entwicklung bleibt das Missverhältnis zwischen Marktangebot und Marktnachfrage, da einer hohen Kaufnachfrage ein quantitativ geringes Angebot an Immobilien gegenübersteht.
Gestiegene Materialtransportkosten und Personalmangel belasten Bauwirtschaft
Branchenexperten des Berufsverbandes der Immobilienexperten (APEI) sehen vor allem die gestiegenen Produktionskosten als Preistreiber. Transportkosten für Baumaterialien schlagen auf den Kanaren deutlich stärker zu Buche als auf dem Festland. Hinzu kommen erhebliche Verzögerungen bei der Erteilung von Baugenehmigungen, fehlende Grundstücke sowie ein akuter Mangel an Fachkräften auf den Baustellen. Kalkulierte Budgets weichen beim Baubeginn oft um bis zu zehn Prozent nach oben ab, wodurch Quadratmeterpreise von ehemals 2.500 Euro mancherorts bereits auf 4.000 bis 5.000 Euro steigen.
