Das spanische Innenministerium hat am heutigen Mittwoch die offizielle Migrationsstatistik für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Die Auswertung der Daten vom 1. Januar bis zum 30. Juni liefert eine überraschende Nachricht für das Archipel: Die Zahl der ankommenden Schlepperboote auf der gefährlichen Atlantik-Route ist im Vergleich zum Vorjahr drastisch eingebrochen.
Während im gleichen Zeitraum des Vorjahres 2025 noch 186 Boote die Küsten der Inseln erreichten, registrierten die Behörden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres lediglich 49 Boote. Dies bedeutet ein Minus von exakt 137 Booten und einen prozentualen Rückgang von 73,7 Prozent.
Verstärkte Kontrollen in den Herkunftsländern zeigen Wirkung
Der deutliche Rückgang der Boote spiegelt sich auch bei den Passagierzahlen wider. Insgesamt erreichten im ersten Halbjahr 3.708 Migranten auf dem Seeweg die Kanaren – im Vorjahr waren es bis Ende Juni noch 11.321 Personen. Dies entspricht einer spürbaren Entlastung von minus 67,2 Prozent.
Experten von Frontex und dem Katastrophenschutz führen diese Entwicklung vor allem auf die intensivierte Überwachung und die Zusammenarbeit mit den afrikanischen Herkunfts- und Transitstaaten wie Mauretanien, Senegal und Gambia zurück. Durch das frühzeitige Abfangen der Boote direkt an den Abfahrtsküsten starteten deutlich weniger Cayucos in den offenen Atlantik. Trotz dieses statistischen Tiefstands bleibt die Route aufgrund der starken Strömungen weiterhin eine der gefährlichsten Fluchtwege weltweit.
