Der Nationalpolizei auf Teneriffa ein Schlag gegen die Schlepperkriminalität gelungen. In San Cristóbal de La Laguna nahmen die Beamten den mutmaßlichen Kapitän eines Bootes fest, das im November des vergangenen Jahres mit Migranten die kanarische Küste erreicht hatte.
Die Festnahme ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit von Spezialeinheiten der Kriminalpolizei und der Migrationsbehörden. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die Überfahrt eines traditionellen Holzbootes von Westafrika bis auf die Kanaren organisiert und gesteuert zu haben. Bei der gefährlichen Reise auf dem offenen Atlantik befanden sich laut offiziellen Angaben insgesamt 84 Menschen an Bord.
Untersuchungshaft nach monatelanger Flucht
Das Boot war in Gambia gestartet und wochenlang auf hoher See unterwegs, bevor es von der Seenotrettung vor den Kanaren abgefangen wurde. Nach der Ankunft der Migranten leiteten die Ermittler sofort Befragungen und Zeugenvernahmen ein, um die Identität der verantwortlichen Schiffsführer zu klären. Der nun festgenommene Mann hatte sich nach der Landung zunächst unter die Migranten gemischt, um unentdeckt zu bleiben.
Durch präzise Auswertungen von Zeugenaussagen konnte der Mann schließlich nach sieben Monaten Ermittlungsarbeit in La Laguna lokalisiert werden. Er wurde umgehend dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt, der aufgrund der Schwere der Vorwürfe und der bestehenden Fluchtgefahr die sofortige Untersuchungshaft ohne Kaution anordnete. Ihm droht nun ein Strafverfahren wegen Schleuserei und Gefährdung von Menschenleben.
