Der seismische Schwarm unter dem Teide-Massiv auf Teneriffa hat sich in den frühen Morgenstunden des Freitags unerwartet reaktiviert. Nach einer kurzen Phase der Beruhigung am Donnerstag registrierten die Messgeräte ab 3:00 Uhr nachts erneut eine massive Serie.
Experten zählen bis zu 2.000 Ereignisse in der Tiefe
Das Nationale Geografische Institut der Kanaren (IGN) meldet mittlerweile über 1.000 registrierte Mikro-Erdbeben seit dem Beginn der Aktivität am Mittwochabend. Das Vulkanologische Institut der Kanaren (Involcan) beziffert die Gesamtzahl der hybriden Erschütterungen durch ein eigenes Messnetz sogar auf knapp 2.000 Ereignisse.
Das Epizentrum liegt im Südwesten von Las Cañadas del Teide und betrifft das Untergeschehen der Gemeinden Guía de Isora, Vilaflor und Santiago del Teide. In Spitzenzeiten entfesselte das System eine Frequenz von über 300 Erschütterungen pro Stunde. Die Erdstöße ereignen sich in einer Tiefe von 10 bis 15 Kilometern unter dem Meeresspiegel.
Keine Anzeichen für einen Vulkanausbruch
Obwohl die Aktivität wieder zugenommen hat, geben die Experten beider Forschungsinstitute ausdrücklich Entwarnung. Da es sich um sehr schwache Erschütterungen handelt, hat die Bevölkerung auf der Insel die Erdstöße zu keinem Zeitpunkt gespürt.
Itahiza Domínguez, Direktor des IGN auf den Kanaren, beruhigt die Öffentlichkeit: Es gibt weder messbare Verformungen der Erdoberfläche noch Erschütterungen über einer Magnitude von 2,0. Die Aktivität wird auf die Bewegung von hydrothermalen Gasen und Flüssigkeiten in großer Tiefe zurückgeführt, was für ein aktives Vulkansystem völlig normal ist, wie Diario de Avisos berichtet. Die Alarmstufe Grün bleibt unverändert bestehen.
