Die Nationalpolizei hat in Las Palmas auf Gran Canaria einen 29-jährigen Mann festgenommen, der im dringenden Verdacht steht, Kopf einer betrügerischen Organisation zu sein. Dem Verdächtigen werden landesweit mindestens 65 Fälle von Mietbetrug über das Internet zur Last gelegt. Durch die Masche ergaunerte die Bande ein illegales Vermögen von knapp 50.000 Euro. Die Festnahme erfolgte nach intensiven Ermittlungen der Spezialeinheit für Wirtschafts- und Finanzkriminalität (UDEF).
Perfide Masche mit gefälschten Verträgen und Zeitdruck
Die Betrugsserie erstreckte sich über den Zeitraum von Juni 2021 bis Juli 2022. Der Täter kopierte echte Immobilienanzeigen und bot die Objekte auf bekannten Online-Plattformen zu unschlagbar günstigen Preisen an. Betroffen waren vor allem Wohnungen in Madrid, Gijón sowie auf den Inseln Lanzarote und Fuerteventura.
Sobald die Opfer Interesse zeigten, baute der Mann massiven Druck auf: Unter dem Vorwand einer vermeintlich extrem hohen Nachfrage forderte er vorab Zahlungen für die Reservierung und die erste Monatsmiete. Um seriös zu wirken, verschickte er gefälschte Mietverträge mit gestohlenen Identitäten.
Identitätsdiebstahl zur Verschleierung der Geldströme
Besonders rücksichtslos: Die von den Opfern gutgläubig übermittelten Ausweisdokumente nutzte die Organisation, um neue Bankkonten zu eröffnen, Mobilfunkverträge abzuschließen und weitere Fake-Profile im Netz zu erstellen. Das erschlichene Geld ließen sie sich per Bizum oder über Konten unbeteiligter Mittelsmänner auszahlen, um die Spuren zu verwischen.
Bei der Durchsuchung stellte die Polizei Bargeld und mehrere Smartphones sicher. Die Auswertung der Handys lieferte den Ermittlern schließlich die entscheidenden Beweise. Da die Polizei mit weiteren Opfern rechnet, sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.
