Das nächtliche Erdbeben auf den Kanaren war in vielen Teilen der Inseln deutlich zu spüren. Während Seismologen die Stärke automatisiert mit einer Magnitude von 3,9 erfassten, beschreiben betroffene Bewohner das Ereignis vor allem als einen kurzen, unheimlichen Schreckmoment inmitten der Nacht. Viele Menschen wurden durch ein dumpfes Grollen oder ein spürbares Vibrieren der Möbel unsanft aus dem Schlaf gerissen.
Besonders in der Gemeinde Telde auf Gran Canaria und in den zentralen Ortschaften von Maxorata (Fuerteventura) machten die Berichte in den sozialen Netzwerken schnell deutlich: Das Zittern war zwar schwach, aber im Inneren der Häuser absolut unmissverständlich wahrnehmbar.
Unterseevulkan „Enmedio“ als Auslöser identifiziert
Geologische Analysen des Nationalen Geografischen Instituts (IGN) liefern nun den wissenschaftlichen Hintergrund für die nächtliche Unruhe. Das Epizentrum der Erschütterung lag in rund 16 Kilometern Tiefe und lässt sich direkt der Aktivität des bekannten Unterseevulkans „Volcán de Enmedio“ zuordnen. Dieser massive Unterwasser-Vulkan befindet sich im Meereskanal, der Gran Canaria und Fuerteventura voneinander trennt.
Die Experten des IGN beruhigen jedoch die Bevölkerung: Tektonische Spannungen und kleinere Erdbeben in dieser spezifischen Bruchzone im Atlantik sind völlig normal und treten regelmäßig auf. Es gibt keinerlei Anzeichen für eine außergewöhnliche magmatische Aktivität oder eine Gefahr für die Inseln. Da das Beben glücklicherweise keinerlei Sachschäden oder Verletzte forderte, bleibt den Betroffenen vor allem die Erinnerung an einen sehr unruhigen Start in den Dienstag.
