Die Debatte um die Verteilung unbegleiteter minderjähriger Migranten innerhalb Spaniens sorgt für erhebliche Spannungen zwischen den Regionen. Der kanarische Vizepräsident Manuel Domínguez (PP) hat nun deutliche Kritik an der Regierung von Andalusien geäußert.
Hintergrund ist die Ankündigung, vorerst keine weiteren minderjährigen Migranten von den Kanaren aufzunehmen. Andalusien begründet diesen Schritt mit einer Überlastung der eigenen Kapazitäten. Domínguez wies diese Argumentation jedoch zurück und betonte, dass Andalusien als flächenmäßig große Region eine Mitverantwortung für die Bewältigung der humanitären Situation auf den Kanaren tragen müsse.
Streit um Aufnahmequote: Kanaren fordern solidarische Verteilung in Spanien
In seiner Stellungnahme forderte der Vizepräsident eine verbindliche und solidarische Regelung. Die Kanaren stünden seit Monaten unter einem enormen Druck, da die Zahl der ankommenden Boote kontinuierlich hoch bleibe. Ohne eine verlässliche Verteilung aufs Festland drohe das kanarische Aufnahmesystem für Minderjährige in Kürze vollständig zu kollabieren.
Domínguez appellierte auch an die Zentralregierung in Madrid, den gesetzlichen Rahmen für die verpflichtende Verteilung von Migranten im Parlament zügig voranzutreiben. Solange keine gesetzliche Pflicht bestehe, hänge die Hilfe von der freiwilligen Bereitschaft der einzelnen autonomen Gemeinschaften ab, was die Kanaren in eine dauerhaft prekäre Lage versetze. Ein Treffen der Regionalregierungen soll nun eine Lösung herbeiführen.
