Tanken auf den Kanaren wird immer mehr zum Luxus. Seit Jahresbeginn sind die Kraftstoffpreise massiv gestiegen – der Preisanstieg ist hier fast doppelt so hoch wie im spanischen Durchschnitt. Und im Herbst droht bereits der nächste Preisschock bei Lebensmitteln.
Rekord-Preise trotz Steuer-Erleichterungen
Das Auffüllen eines 50-Liter-Tanks mit 95er-Benzin kostet auf den Kanaren mittlerweile im Schnitt 72,40 Euro – zu Beginn des Jahres waren es noch 58,50 Euro. Noch härter trifft es Diesel-Fahrer. Hier kletterte der Preis für eine Tankfüllung um satte 31 Prozent auf durchschnittlich 76,50 Euro.
Obwohl die kanarische Regierung den Sondersteuersatz (IGIC) auf Kraftstoffe auf null Prozent gesenkt hat, verpufft der Effekt fast vollständig. Die Maßnahme spart Autofahrern etwa 10 Cent pro Liter (rund 5 Euro pro Tankfüllung), während die reinen Treibstoffkosten im gleichen Zeitraum um fast 14 Euro in die Höhe geschossen sind.
Laut den aktuellen Daten des Verbraucherpreisindexes (IPC) stiegen die Spritpreise auf den Inseln im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent – auf dem spanischen Festland waren es lediglich 11 Prozent.
Fleisch-Krise im Herbst: CEOE warnt vor Engpässen bei Pollo und Rindfleisch
Zum Tank-Frust gesellt sich nun auch noch die Sorge vor leeren Regalen im Supermarkt. Der Wirtschaftsverband CEOE Tenerife warnt vor drastischen Lieferengpässen ab dem 3. September. Hintergrund sind neue, strengere EU-Zertifizierungen für Fleischimporte aus Brasilien, die den kanarischen Markt vor enorme Probleme stellen.
Da die heimischen Bauern den riesigen Bedarf der Inseln und der vielen Hotels niemals allein decken können, droht laut dem Verband ein massiver Einbruch. Bis zu 50 Prozent des gesamten Hähnchen- und Rindfleischs auf dem Markt könnten plötzlich fehlen. Auch der kanarische Landwirtschaftsminister Narvay Quintero machte wenig Hoffnung. Er bestätigte bereits, dass es im Herbst im Supermarkt streckenweise zu leeren Regalen kommen wird und die Preise in Restaurants und Hotels weiter steigen dürften.
