Die Autovermieter auf den Kanaren stehen im Moment vor einer echten Zerreißprobe. Nach dem großen Reise-Boom der letzten Jahre hat sich die Stimmung im Tourismus spürbar abgekühlt. Anstatt ihre Autoflotten immer weiter zu vergrößern, treten die Vermieter jetzt massiv auf die Bremse und versuchen vor allem, ihre Geschäfte abzusichern.
Die oberste Priorität ist nun die Sicherung des Bestehenden. Die Preise für einen Leihwagen auf dem Archipel sind im Vergleich zur Zeit direkt nach der Pandemie vor etwa 4 Jahren um stolze 30% bis 40% gestiegen. Verbandschef César Martín erklärt den Einbruch so. Die saftigen Preise für Hotelzimmer und Flüge nach Europa fressen das Urlaubsbudget auf. Am Ende bleibt den Touristen dann kaum noch Geld für einen Mietwagen übrig.
Viele Touristen bleiben am Ende lieber in der Hotelanlage, um kein zusätzliches Geld auszugeben. Ausflüge werden gestrichen, gefragt ist jetzt der klassische Erholungsurlaub am Strand. Den Vermietern tut das weh, aber sie können die Preise nicht senken. Höhere Autopreise im Einkauf und gestiegene Löhne zwingen die Betreiber dazu, die Tarife hochzuhalten, um wirtschaftlich zu überleben.
Teurere Hotelzimmer und Flugtickets lassen den Urlaubern weniger Geld für Ausflüge
Auch der Rückgang bei den Gästen vom spanischen Festland sorgt für leere Mietwagen. Dieser Markt war im Sommer traditionell eine feste Säule. Doch für eine vierköpfige Familie ist der Urlaub auf den Kanaren inzwischen schlicht unbezahlbar geworden. Das merkten die Vermieter vor allem im Juli.
Während dieser Monat sonst immer komplett ausgebucht war, zog die Nachfrage in diesem Jahr erst im August spürbar an. Trotz der vielen Mietwagen auf den Straßen gibt es derzeit auf allen Inseln noch reichlich freie Autos, sodass spontane Buchungen absolut problemlos möglich sind.
Trotz der aktuellen Preiskrise bleibt der Mietwagen laut dem Verband die mit Abstand beste Option, um die Kanaren flexibel zu erkunden. Die Alternativen im öffentlichen Nahverkehr sind auf vielen Inseln nach wie vor nicht ausreichend ausgebaut, um alle Sehenswürdigkeiten bequem zu erreichen.
Während der Mietwagenmarkt auf den Kanaren also stagniert und sich konsolidiert, meldet das spanische Festland für diesen Sommer übrigens ganz andere Töne. Dort boomt das Geschäft mit einem Plus von 5,5% bei den Neuzulassungen und steuert auf ein historisches Rekordjahr zu.
