Spanien treibt den maritimen Naturschutz voran und nimmt dabei gezielt die kanarischen Gewässer in den Fokus. Das Ministerium für ökologischen Wandel hat ein Verfahren eingeleitet, um 21 neue Zonen in das europäische Verzeichnis „Red Natura 2000“ zu integrieren. Mit 17 der vorgeschlagenen Gebiete und zwei zusätzlichen Vogelschutzflächen sind die Kanaren der absolute Hauptnutznießer dieses Vorhabens.
Die geplante Erweiterung betrifft eine gewaltige Meeresfläche von fast 17.000 Quadratkilometern, die sich auf nahezu alle Inseln verteilt. Den Löwenanteil übernimmt La Palma mit 793 Quadratkilometern. Dahinter folgen Teneriffa mit circa 564 Quadratkilometern und La Gomera mit etwas mehr als 500 Quadratkilometern. Während Gran Canaria mit 323 Quadratkilometern beteiligt ist, decken Lanzarote und Fuerteventura gemeinsam eine neue Schutzzone für Seevögel ab.
Einzigartige Korallenriffe und wichtige Lebensräume für Wale und Delfine stehen im Fokus
In den Gewässern vor Teneriffa stehen die Riffe an der Nordküste im Rampenlicht, wo sich die markante Unterwasser-Bergkette „Las Siete Hermanas“ erstreckt. Ein weiterer Punkt ist die Erweiterung der bestehenden Schutzzone vor Teno-Rasca. Diese Region zeichnet sich durch wertvolle Sandbänke aus, die eine Lebensader für die lokale Tierwelt bilden und seltene Arten wie Meeresschildkröten, Delfine und heimische Grindwale anziehen.

Ziel der spanischen Regierung ist es, den Anteil der geschützten Meeresflächen unter nationaler Verwaltung von derzeit 22,45 Prozent auf 24,53 Prozent anzuheben. Damit nähert sich das Land dem europäischen Ziel, bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Meere unter Schutz zu stellen. Nach der nun gestarteten Bürgerbeteiligung gehen die Vorschläge zur Genehmigung an die Europäische Kommission nach Brüssel.
