Inmitten der Migrationskrise in Ceuta hat sich die Regierungsdelegation zur aktuellen Lage auf den Kanaren geäußert. Auf einer Pressekonferenz hieß es, dass Spanien zu einer engen Zusammenarbeit mit Marokko verpflichtet sei.
Diese Kooperation trage bereits spürbare Früchte. Die Ankunft von Flüchtlingsbooten auf dem kanarischen Archipel sei in diesem Jahr deutlich unregelmäßiger geworden. Neben Marokko laufe auch die Zusammenarbeit mit den wichtigen Transitländern Senegal und Mauretanien sehr erfolgreich.
Die aktuellen Zahlen zeigen eine deutliche Entlastung auf der Atlantik-Route. Zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres verzeichneten die Behörden auf den Kanaren noch bis zu 12.000 angekommene Migranten. Im aktuellen Jahr liegt die Zahl bei knapp 4.700 Personen. Die Regierung rechnet daher bis zum Jahresende mit einer spürbaren Entspannung. Prognosen gehen von einem Rückgang der Bootsankünfte um bis zu 40 Prozent aus.
Krisen im Sahelraum halten den Migrationsdruck auf Westafrika hoch
Trotz der positiven Entwicklung warnen die Behörden ausdrücklich vor verfrühtem Optimismus. Der Druck in den Herkunftsländern bleibe weiterhin extrem hoch. Niemand wolle sich die aktuelle Situation schönreden. Die schweren Konflikte in Staaten wie Mali und Niger sorgen für eine dauerhafte Instabilität in der gesamten Sahelzone. Zusammen mit bitterer Armut und den spürbaren Folgen des Klimawandels treiben diese Faktoren weiterhin viele Menschen zur Flucht in Richtung Europa.
Die Regierungsvertretung verteidigte daher ausdrücklich die Fortsetzung der finanziellen und logistischen Hilfe für die afrikanischen Partnerländer. Nur wenn das gemeinsame Engagement mit den Herkunfts- und Transitstaaten dauerhaft aufrechterhalten wird, kann die wichtige Grenzkontrolle vor den afrikanischen Küsten langfristig funktionieren.
Die Kontrollsysteme der Küstenwache auf den Kanaren bleiben daher weiterhin in voller Alarmbereitschaft, um auf plötzliche Veränderungen der Routen sofort reagieren zu können.
