Die kanarische Regierung hat über die Generaldirektion für Notfälle aufgrund einer extrem intensiven Hitzewelle eine Alarmstufe wegen akuter Waldbrandgefahr auf Gran Canaria ausgerufen. Die Maßnahme trat bereits am gestrigen Montagnachmittag in Kraft. Während für Gran Canaria die höchste Warnstufe gilt, verbleiben die Nachbarinseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro vorerst in einer sogenannten „Prealerta“ (Vorwarnstufe).
Der Alarm betrifft auf Gran Canaria gezielt alle Regionen, die über einer Höhe von 400 Metern über dem Meeresspiegel liegen. Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes Aemet und des kanarischen Zivilschutzes kommen in diesen Tagen mehrere risikoreiche Faktoren zusammen:
- Extreme Temperaturen: Die Thermometer steigen flächendeckend auf 35 °C. Im Süden, Westen und den Kernzonen der Insel sind Spitzenwerte von bis zu 40 °C möglich.
- Kritische Luftfeuchtigkeit: Bis zu einer Höhe von 2.000 Metern stürzt die relative Luftfeuchtigkeit auf unter 30 % ab.
- Niedrige Inversionsthermik: Die thermische Umkehrschicht sinkt lokal auf unter 300 bis 500 Meter, was die Entstehung und unkontrollierte Ausbreitung von Bränden massiv begünstigt.
Risiko steigt am heutigen Dienstag auf „Sehr Hoch“
Laut dem Index der Aemet wird das potenzielle Ausbreitungsrisiko für Waldbrände in den bewaldeten Gebieten Gran Canarias am heutigen Dienstag, dem 30. Juni, von „hoch“ auf „sehr hoch“ hochgestuft. Die Behörden gehen davon aus, dass die extreme Hitzewelle bis mindestens Donnerstag, den 2. Juli, anhält, bevor eine spürbare Abkühlung einsetzt.
Die Regierung der Kanaren appelliert eindringlich an die Bevölkerung und an Touristen, jegliches Risiko in Waldgebieten zu vermeiden, offenes Feuer strikt zu unterlassen und den Selbstschutzanweisungen der Rettungskräfte Folge zu leisten.
