Aufatmen auf den Kanaren: Nach sechs extremen Tagen mit Werten von dauerhaft über 40 Grad schwächt die Hitzewelle allmählich ab. Die spanische Wetterbehörde Aemet kündigte einen Rückgang der Extremwerte an. Dennoch bleibt die Lage vor allem in den Bergen von Gran Canaria angespannt, wo das Thermometer lokal weiterhin die 39-Grad-Marke erreichen kann.
Hinter den Bewohnern und Urlaubern auf den Kanarischen Inseln liegt eine extreme Belastungsprobe. Besonders die tropischen Nächte, in denen die Temperaturen kaum sanken – machten den Menschen zu schaffen. In Tasarte zeigte das Thermometer mitten in der Nacht einen Tiefstwert von 31,4 Grad an, und auch in Tunte in den Höhenlagen von San Bartolomé de Tirajana kochte die Luft vor Sonnenaufgang bei fast 30 Grad.
Grund für diese enorme Hitze-Stauung war eine meteorologische Inversionsschicht in 400 Metern Höhe. Wie ein dichter Deckel sperrte dieses Phänomen die afrikanische Heißluft mitsamt der Calima über den Bergregionen und Tälern des Ostens und Südens ein.
Die Wetterbehörde stuft die Warnstufen herab doch der starke Wind bringt neue Gefahren
Zwar zieht sich das rote Hitze-Warnsystem langsam zurück, doch die Meteorologen warnen eindringlich davor, jetzt die Wachsamkeit zu verlieren. Im Süden, Westen und Osten sowie in den Bergen von Gran Canaria gilt weiterhin die orangefarbene Warnstufe für Werte zwischen 37 und 39 Grad. Für Teneriffa, Fuerteventura, La Palma, La Gomera und El Hierro wurde die Warnstufe auf Gelb (34 bis 36 Grad) herabgestuft.
Die dichte Sahara-Staubschicht verliert in der Höhe ebenfalls langsam an Intensität. Gleichzeitig verschiebt sich das Gefahrenpotenzial nun auf den Wind und das Meer. Der Passatwind dreht ordentlich auf und bringt Böen von bis zu 70 Kilometern pro Stunde in den Südosten und Westen Gran Canarias sowie in den Kanal zwischen Teneriffa und Gran Canaria.
An den Küsten wurde deshalb Wellenwarnung aktiviert. Es drohen Windstärken bis zu 7 und heftiger Wellengang von über anderthalb Metern Höhe. Durch die Kombination aus anhaltender Trockenheit, extremer Hitze und stürmischem Wind bleibt die berüchtigte „Muster-30-Regel“ (über 30 Grad, unter 30 % Luftfeuchtigkeit, über 30 km/h Wind) voll aktiv.
Auf Gran Canaria gilt daher weiterhin die höchste Waldbrand-Alarmstufe, während auf den anderen westlichen Inseln die normale Alarmstufe in Kraft bleibt. Für Freitag zeichnet sich dann endlich eine durchgreifende Normalisierung des Wetters ab. Die Meteorologen erwarten die Rückkehr der typischen Wolkendecke im Norden der Inseln, die sogar leichte, erfrischende Nieselregen mitbringen kann.
